Tour de BaWü

Tour_de_BaWue


16.7. – von Lauffen nach Karlsruhe (kaum Bilder)

99 km, 4:54 Fahrzeit, 20,2 km/h, 766 hm

Wahrscheinlich wollte ich nur unbewusst nicht knipsen, da ich die Ecke ja schon relativ oft gesehen habe … oder weil wir so viel am Quasseln waren. Vielleicht. Ist trotzdem schade. Eben auch aus dokumentarischer Sicht.

In Horrheim machten wir für einen kleinen Imbiss Pause. Butterbrezeln und Süßgebäck. Später in Mühlacker hatten wir Yvi auf Arbeit besucht und von ihr unsere Trinkerlens auffüllen lassen. Boxenstopp sozusagen.

Das Bett für die Nacht war im B & B in Karlsruhe. In der Nähe des Bahnhofs. Einfaches Zimmer. Ganz nett. Nichts besonderes eben. Für Schlafen und Duschen reicht so was. Trotzdem recht teuer.

Zum Abendessen waren wir in einem Indischen Restaurant. Der Wahnsinn!

Danach noch in den Schlosspark und zurück. Das war ein ewiges Gelatsche.

Das reichhaltige Frühstücks-Buffet gönnten wir uns mit vielen Nierderländern und Skandinaviern. War ne witzige Runde.

Schön anzusehen ist auch die Rad-Kultur in der Stadt. Meistens sehr locker und charmant. Ganz anders als hier…


17.7. – von Karlsruhe nach Kehl. Mit beeindruckendem Altrhein-Gebiet.

110 km, 5:23 Fahrzeit, 20,4 km/h, 228 hm

Heiss, heiss und noch ein bisschen heisser. Alles klebte. Mücken ebenso. Unterstützt durch viel Sonnencreme.

Die Blicke in den Altrhein machten alles vergessen. Eine unwirkliche Landschaft. Total schön. Öfters mal war zwischen den Bäumen und Dämmen ein Bunker zu sehen und diese Auenlandschaft schien kein Ende zu nehmen. Ab und zu hörte der Weg im Wasser auf, und wir mussten umdrehen und einen anderen Weg finden.

Aber meistens waren die Wege recht gut. Immer schön auf Dämmen. Und zwischendurch immer wieder ein rettendes, gekühltes Radler. Dem Wasser in den Trinkerlens war man irgendwann doch überdrüssig.

Wobei wir die dann doch auch gleich wieder auffüllten. Ja, mit Leitungswasser.

Gegessen hatten wir irgendwo an der Grenze. Greffern. Schniposa war angesagt. Und Radler eben. Kaffee auch. Sehr sympathischer Biergarten/Imbiss/Restaurant. Lecker war es auch.
Aber recht seltsame Menschen waren da unterwegs. Pärchen, die kein Wort miteinander gewechselt hatten z.B. Na ja, ich kann ja auch gerne und geniesserisch Schweigen.

Unter einem Baum wollten wir dann noch etwas ausspannen. Ein Mückenschwarm wusste das aber zu verhindern.

Abends in Kehl gönnten wir uns dann einen kleinen Imbiss aufm Marktplatz und schauten dem regen Treiben zu. Dabei ist mir meine Kamera aus der Hose gerutscht und hat jetzt weitere Macken. Sonst scheint noch alles zu funktionieren.

Kehl ist eine sehr interessante Stadt. So ganz ohne eindeutigen Charakter. Alles durchgemischt und wirr und bunt. Zum Gucken zu viel.

Das Bett war im antes Hotel – wieder am Bahnhof und leider direkt an der Durchgangsstrasse nach Frankreich. Sehr laut und schwül. Etwas unruhig das Ganze.

Das Frühstücks-Buffet war allerdings der Wahnsinn. Hülle und Fülle. Wir saßen und schlemmten inmitten einer recht jungen Reisegruppe aus China.

Bei der Abreise fragte mich der nette Mann an der Rezeption, ob wir mit Tretern unterwegs seien. Ich fand das ne witzige Bezeichnung fürs Rad. Was er aber eigentlich sagte und meinte – in seinem Dialekt – war: Seid ihr mit den Rädern unterwegs?

So musste ich mich nachträglich aufklären lassen. Ich hatte da wohl was falsch verstanden. Illusion zerstört.

Hauptsache, er fragte nicht, ob wir mit dem Bike unterwegs seien.


18.7. – von Kehl nach Waldkirch. Die Anfänge des Schwarzwald.

102 km, 5:20 Fahrzeit, 19,2 km/h, 658 hm

Anfangs sind wir gleich mal auf der falschen Seite losgeradelt. Das war aber gar nicht schlimm. Belohnt wurden wir durch massenhaft „freilebende“ Störche. Wie schon am Tag zuvor übrigens. Störche ohne Ende.

Nur der Weg war sehr unangenehm. Ein ständiges Rütteln und Schütteln.

Irgendwann ging es über schier endlose Felder. Da Mais und dort Mais und Mais sowieso und die Sonne brutzelte gut auf uns herunter.

In Emmendingen machten wir unsere erste große Pause für den Tag. Eine tolle Stadt. Sehr gemütlich und alt. Die müsste ich mir irgendwann nochmal genauer anschauen. Hat uns fasziniert. Es gab, Radler, Eis und Kaffee.

Danach wurde die Landschaft zunehmend lieblicher, waldiger und auch hügeliger. Zum Gucken wieder zu viel. Teilweise ging es schon jetzt recht steil bergauf. Und durch dunklen Wald. Einfach toll. Und immer wieder die Belohnung durch Fernblicke und sich öffnende Lichtungen. Das Klima wurde angenehmer und die Luft merklich besser.

Das Waldhaus in Waldkirch war die von uns spontan ausgesuchte Nachtruhe. Wir bekamen das letzte Zimmer unterem Dach. Rustikal aber sehr angenehm.

Duschen und danach die erste Klamotten-Waschaktion. Rei in der Tube.

Verdammt leckeres Essen und anschliessend ein Abendspaziergang auf den Hügel hinterm Hotel. Toller Blick ins Tal. Ich habe aber dummerweise die Kamera nicht dabei gehabt. Und nach all dem Gebrutzele die Tage zuvor, hatten wir abends leicht gefroren. Somit mussten wir das erste Mal Jacken anziehen. Gut so: sonst hätten wir die ja auch umsonst mitgeschleppt.

Ne ganze Weile lang haben wir noch den Fledermäusen beim Flattern zugeschaut, bevor wir müde im Bett versunken sind.


19.7. – von Waldkirch nach Rottweil. Über den Schwarzwald drüber, in eine Stadt, die an jeder Ecke wie Filmkulisse wirkt. Auch nochmal ne Reise wert.

88 km, 5:11 Fahrzeit, 17 km/h, 1.254 hm

Das Frühstück war ganz in Ordnung. Nicht so reichhaltig wie die Tage zuvor. Auch der Kaffee war recht schwach. Der Panorama-Blick ausm Frühstückszimmer hatte schon was. Schwalben drehten ihre Kreise vorm Fenster und Stadtangestellte schnitten recht hohe Bäume zurecht. Da rauszugucken hatte was meditatives.

Danach noch kurz Kleinigkeiten einkaufen und weiter.

Immer weiter den Schwarzwald hoch. Ein Tal schöner als das andere. Traumhaft.

Wir hatten uns ganz gut hochgekurbelt. Bis dahin war das der anstrengendste Abschnitt der gesamten Tour. Aber wunderschön. Fast ganz oben angekommen gönnten wir uns im Gasthof zum Bären Kartoffelpuffer, Bier und Kaffee.

Anschliessend ging es weiter aufwärts, bis es dann mit mindesten 60 km/h abwärts ging. Wir wollten aber den Wald nicht so an uns vorbeihuschen lassen und machten später noch an einem beschaulichen Tümpel Pause. Danach ging die Berg- und Talfahrt weiter nach Furtwangen. Tendenz leicht abwärts.

Bei Vöhrenbach hatten wir uns verfahren. Es lief einfach zu schön. Nachdem wir unsere Richtung korrigiert hatten ging es erstmal wieder hoch. Schön durch dichten Wald Richtung Villingen-Schwenningen.

Das ist auch eine tolle Stadt. Die hatte mir Strack schonmal im Winter gezeigt. Dort gab es Apfelstrudel und Kühlgetränke.

Danach wurde die Strecke nicht gleich erholsamer. Wir hatten irgendwie die falsche Abzweigung genommen.

Das Abendziel war Rottweil. Da gab mir Strack auch schonmal eine Stadtführung. Eine traumhaft schöne Stadt.

Unser Zimmer war allerdings etwas beengend, laut und heiss und deswegen auch viel zu teuer. Also erstmal zum Italiener und ordentlich Schlemmen. Das wohl beste Abendessen bis dahin. Allgäustüble – sehr zu empfehlen.

Leider war ich zum Knipsen zu gemütlich unterwegs und es gibt nur wenige Smartie-Bilder von der Stadt.

Aufm Zimmer hatten wir den Fernseher angeknipst und irgendwas lief auch … wir sind wohl weg-geschlummert. Als wir kurz aufwachten und den Apparat ausmachten, konnten wir nicht mehr wirklich einschlafen. Vielleicht hätten wir den Fernseher anlassen sollen. War ne kurze und unruhige Nacht.

Das Frühstück war dann allerdings wieder reichhaltiger als am Tag zuvor. Und es gab zum Glück sehr starken Kaffee.

Aber dummerweise saßen wir zwischen schlecht gelaunten Arbeitern. Die hatten nicht mal die Kraft zu Nicken oder so. Böse Schwingungen. Wir waren recht früh dran und starteten deswegen recht schnell durch.

Das Park-Hotel werden wir nicht so gut in Erinnerung behalten.


20.7. – von Rottweil in einem Rutsch nach Hause.

200 km, 9:37 Fahrzeit, 20,8 km/h, 932 hm

Ich weiss nicht wann wir uns dazu entschieden, von Rottweil aus direkt nach Hause zu fahren … vielleicht, da es kopf-mäßig nur noch bergab geht. Wer weiss. Wir machten es. Wenn auch völlig übernächtigt. Das sah man uns gegen später auch an… 😉

Erstmal ging es schön durch Wald und danach erneut hinweg über schier endlose Felder. Hoch und runter. Aber niemals mehr so stark, wie die vorigen Tage.

Haigerloch war aufm Weg nach Tübingen noch ein Ort mit Kinnlade-nach-unten-Effekt. Schön ins Tal oder auch Schlucht gebaut. Ein Hingucker schlechthin.

In Tübingen machten wir zum Mittagessen Halt. Geschnetzeltes mit Spätzle. Dazu Radler und Kaffee. Die schlecht gelaunte Wirtin wollte uns nicht so recht bedienen. Vielleicht hatten wir zu viele Fliegen im Gesicht. Keine Ahnung. Geschmeckt hatte es jedenfalls. Tübingen war zwar leicht überlaufen, aber trotzdem immer schön anzuschauen.

Weiter übers Land. Teilweise aufm Neckartal-Radweg, den ich laut Beschreibungen für sehr viel idyllischer gehalten hatte.

Durch Nürtingen sind wir irgendwie durchgeflogen. Das möchte ich mir auch mal irgendwann genauer anschauen.

Wir hatten uns ab Tübingen immer schön an den Neckar gehalten. Viele Windungen und Kehren.

Dann die Landeshauptstadt.

Stuttgart ist ein verdammtes Drecksloch. Entschuldigung. Aber ist so. Boah! Was’n Lärm, Gestank und Verkehr. Die Radwege teilweise katastrophal. Baustellen und Umleitungen ohne Ende. Drecksscheisse! Was waren wir froh, als wir das Moloch endlich hinter uns gelassen hatten. Mit all den vorigen Städten kann es einfach nicht mithalten. Anfangs wollten wir es noch umfahren. Den Plan haben wir dann – warum auch immer – aufgegeben.

Zwischendrin machten wir an nem Stadtstrand noch ne Pause. Kühlgetränk war angesagt.

Dann aber schnell weiter. Poppenweiler, Marbach am Neckar, Mundelsheim, Besigheim, … alles nach Stuttgart war dann wieder schön. Auch zum Radeln.

Uns glühte der Kopf. Was ne Hitze. War wohl auch einer der heissesten Tage dieses Jahr.

Vorm Brückenhaus in Lubu machten wir nochmal einen letzten Halt für Kühlgetränke. Direkt beim Freibad.

Lauffen war immer noch einige Schleifen entfernt.

Mir ging irgendwie Jesus built my Hotrod nicht mehr aus’m Kopf.

Um 22 Uh war es dann aber soweit. Zu Hause. Ohne Panne oder Nachpumpen.

Auspacken, Duschen, ne Kleinigkeit essen und gut…


599 km, 3.838 HM


Schön war’s.


Hier gibt es nochmal das ganze Album (rückwärts):


Und hier die Tour im Detail. Aber mit falschen Werten. Die von der Karte stammen aus meinem Smartphone (Endomondo). Und das ist nie genau. Noch dazu habe ich sie manuell aneinander gereiht. Die Ungenauigkeit habe ich anhand gpsies.com schon desöfteren nachgemessen. Die im Text genannten Daten stammen alle aus Hendriks Garmin-Gerät und sind genauer.