Die Jagst…

Das wird jetzt ein leicht pathetischer Text. Man möge mir verzeihen.

…ist ein Mittelgebirgsfluss der durch meine alte Heimat fliesst. Parallel zum Kocher, der Namensgeber meines Geburtstortes ist. Kochendorf.

Unsere Spielplätze, unsere Zeltplätze, unsere Lagerfeuer, unsere Parties, … waren meist irgndwo in der Nähe eines dieser Flüsse.

Die Jagst ist einer der drei größten Nebenflüsse des Neckars. Vor allem aber bedeutet sie Glückseeligkeit. Ach herrjeh, Frieden findet man dort auch. Spaß sowieso. Jeder, der sie kennen lernte, weiss das.

Das Tal der Jagst hat einen sehr ländlichen Charakter. Landschaftlich ist es sehr reizvoll. Sehr grün. Bewaldet. An ihr wurde recht wenig gebastelt und verändert. Im Vergleich zu manch anderem Fluss. Kaum Gewässerausbau, Begradigungen oder Flurbereinigungen. Was ein Glück. Was ein unvorstellbares Glück dieser Fluss hatte.

Die Vielfalt an Pflanzen, Tieren und Biotoptypen verliehen ihr eine hohe Bedeutung im Natur- und Umweltschutz. Gar höchste Bedeutung.

So durfte sie in Frieden mäandern und gab zurück, so viel sie konnte. Eben reichlich.

Die Bewohner der vielen kleinen Städtchen – eigentlich meist Dörfer genannt –, welche sich weitgehendst ein mittelalterliches bis frühneuzeitliches Stadtbild bewahrt haben, wussten das schon immer zu schätzen.

Viele Burgen, Schlösser und reichlich Mühlen krönen dieses Bild.

Manchmal musste sie durch das Verlassen ihres Bettes an sich erinnern. Mit vollster Kraft. Teilweise sehr beeindruckend den Respekt zurückholen, den sie verdient. Alles hängt zusammen.

Doch die Jagst war immer ein Refugium. Wird es auch hoffentlich bleiben.

Sie hat viel Seele, wenn man das so sagen kann.

Daher kamen auch sehr viele nach dem Löschunfall zu ihrer „Rettung“ herbei und halfen.

Ich war in Neudenau am Samstag mit dabei:

Der Artikel in der HSt.

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Und hier noch ein Bild von Sea Shepard Deutschland. Der, der da mittig auf der Leiter steht, bin ich.

 

Es herbstelt schon leicht…

Bankraub

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Wer Heilbronn kennt, kennt die Bänke am Neckar auf jeden Fall. Die stehen dort, wo das Theaterschiff ankert.

Noch kann man dort – umsonst – mit seinen Gedanken verträumt in die Gegend starren. Vielleicht sogar einen mitgebrachten Snack dazu geniessen. Irgendwas trinken ebenso. Und das so lange man will.

Das wird sich alles ändern. Dann, wenn das Marrahaus diesen öffentlichen Platz für sich okkupiert hat, wird man für dieses Recht zahlen dürfen (müssen). Es wird passieren – Geld regiert die Welt. Leider. Vor allem die Entscheidungsträger.

Der Platz wird versperrt sein. Nicht nur für Radfahrer. Für jeden Genussmenschen, der einfach mal am Wasser sitzen möchte.

Dann wird es heissen: “ Was möchten Sie trinken? oder essen…“

Ein einfaches: „Och, ich möchte enfach nur sitzen und träumen.“ wird nicht mehr akzeptiert werden. Entweder zahlen oder weitergehen.

Klar, es gibt ja noch genügend andere öffentliche Plätze entlang des Neckars. Logisch. Und die andere Gastronomie auf der neuen „Neckarpromenade“ macht es ja auch nicht anders. Nur eben lassen die noch etwas Luft und Raum.

Eine gerechte Verteilung von wirklich öffentlichen und diesen bezahlten Plätzen fänd ich nur gerecht. Leider wird still und heimlich immer mehr öffentlicher Raum verschwinden.

Wobei Raum in Heilbronn sowieso ein Fremdwort ist. Bebauung bis zum Rand ist eher Praxis.

Schade, schade, …

So, genug polemisiert.

Über diesen Beitrag, bin ich wieder dran erinnert worden.