{"id":3026,"date":"2018-09-17T05:28:03","date_gmt":"2018-09-17T03:28:03","guid":{"rendered":"https:\/\/schubladenerinnerungen.de\/blog\/?p=3026"},"modified":"2018-10-10T15:33:29","modified_gmt":"2018-10-10T13:33:29","slug":"eine-untertasse-voller-herzspruenge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schubladenerinnerungen.de\/blog\/2018\/09\/17\/eine-untertasse-voller-herzspruenge\/","title":{"rendered":"Eine Untertasse voller Herzspr\u00fcnge"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3027\" src=\"https:\/\/schubladenerinnerungen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/IMG_3170.jpg\" alt=\"\" width=\"1600\" height=\"984\" srcset=\"https:\/\/schubladenerinnerungen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/IMG_3170.jpg 1600w, https:\/\/schubladenerinnerungen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/IMG_3170-300x185.jpg 300w, https:\/\/schubladenerinnerungen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/IMG_3170-768x472.jpg 768w, https:\/\/schubladenerinnerungen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/IMG_3170-1024x630.jpg 1024w, https:\/\/schubladenerinnerungen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/IMG_3170-1250x769.jpg 1250w, https:\/\/schubladenerinnerungen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/IMG_3170-400x246.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px\" \/><\/p>\n<p>In aller K\u00fcrze: <strong>Es war der Hammer!<\/strong><\/p>\n<p>Angefangen hatte die Band mit einer eigenen Version des <strong>Interstellar Overdrive<\/strong>. Das war bis auf den Angfangsriff nie wirklich eins meiner Lieblingslieder. Aber es war dennoch eine interessante Version, die sie da hinlegten. Hat Spa\u00df gemacht.<\/p>\n<p>Mit dem zweiten Lied hatten sie den Weltraum dann noch nicht verlassen. W\u00e4hrend\u00a0<strong>Astronomy Domine<\/strong> rockten und donnerten sie einfach so weiter zwischen den Sternen hindurch.<\/p>\n<p>Eine fette Klangwand dr\u00fcckte einen in die bestuhlten Reihen. Die Band hatte ordentlich Wumms. Den klanglichen Charakter vom Schlagzeug hatte ich eher retro-m\u00e4\u00dfig erwartet, und war ganz sch\u00f6n vom satten und fetten Klang \u00fcberrascht. Aber passte zum Konzept.<\/p>\n<p>Sch\u00f6ne, aber dezente Visuals wurden hinter der Band an die Wand geschickt. Immer mal wieder waren Sterne und Bilder von Syd Barrett und Nick Mason zu sehen. Kurze Filmsequenzen ebenso. St\u00e4ndig pr\u00e4sent war die sch\u00f6ne Gestaltung des <strong>Nick Mason\u2019s Saucerful of Secrets<\/strong> Konzeptes. Angelehnt an die Zeit, aus der die meisten Lieder stammten. Sch\u00f6n psychedelisch und mit leichter Flower Power Note.<\/p>\n<p>Weiter ging es mit einem anderen Lieblingsriff in einem Intro: <strong>Lucifer Sam<\/strong>. Ja! Spielt es bitte nochmal dachte ich. Was ein Spa\u00df. Zeitlos dieses Lied. Diese Art Musik. Zumindest brachte die Band diese Lieder aus der Anfgangszeit von <strong>Pink Floyd<\/strong>, in die heutige Zeit, als w\u00e4ren sie nie zu einer anderen Zeit gespielt worden. Die Musiker h\u00e4tten nicht besser ausgew\u00e4hlt sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wegen der Reihenfolge der Lieder bin ich mir nicht mehr so ganz sicher. Aber so derb wichtig ist das ja auch nicht.<\/p>\n<p>Danach spielten sie <strong>Fearless<\/strong> von Meddle. Einfach traumhaft. Hab ich schon immer gemocht. So fluffig. Sch\u00f6n es mal live zu zu h\u00f6ren. Eingeleitet und beendet wurde das Lied mit dem Chorgesang <span class=\"ellipsis\"><strong>You&#8217;ll Never Walk Alone<\/strong>. Dieser Liverpooler Fussball-Hymne. Eine damalige Idee von John Peel, diese in das Lied einzubauen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p>Dann eine weitere \u00dcberraschung. Lieder von der <strong>Obscured by Clouds<\/strong> Platte live! Das w\u00e4re mir niemals in den Sinn gekommen. Wow! Dachte ich. Ich hatte mich ja im Vorfeld kein Bisschen \u00fcber den Ablauf des Konzertes gek\u00fcmmert. Ich wollte mich \u00fcberraschen lassen. Und das gelang.<\/p>\n<p>Sie kamen mit einem Medley oder Konstrukt aus <strong>Obscured by Clouds \/ When You&#8217;re In<\/strong> daher, welches einem die Kinnlade klappen lie\u00df. Stark. Rockig. Tolle Musiker. Meine Fresse. Schon die Einleitung mit dem Keyboard war grandios und in eigener und neuer Interpretation.<\/p>\n<p>Weiter im neuzeitlichen Rock-Punk-Stil ging es mit <strong>Arnold Layne<\/strong>. Funktioniert immer. Mitsingen. Hurra! Da passte im Anschluss der <strong>Vegetable Man<\/strong> wunderbar dazu. Ich war echt hin und weg. Psychedelik mit einer frechen Portion Spa\u00df gew\u00fcrzt. Hach! Auch Guy Pratt hatte wohl sehr viel Spa\u00df bei dem Lied.<\/p>\n<p>Dann ein weiterer Instrumentwechsel. Derer gab es viele. Gary Kemp bekam die Akustische vorgesetzt, hatte die Elektrische weiterhin umgeschnalt und fing an <strong>If<\/strong> zu zupfen. Eins meiner absoluten Lieblingslieder. Na ja, das wechselt st\u00e4ndig und je nach Laune. Aber trotzdem ist es unter meinen Top 200 Liedern von Pink Floyd. Dann aber ein \u00fcberraschender Wechsel zur <strong>Atom Heart Mother Suite<\/strong>. Bombastisch eingeflochten. Im Post-Rock Stil. Zack! Wumms! Da ist es&#8230;<\/p>\n<p>Ich weiss noch, wie ich damals zum ersten Mal Atom Heart Mother auflegte, und nicht begreifen konnte, was ich da h\u00f6rte. Komm ich wohl nie los von. Lieblingsscheibe.<\/p>\n<p>Also ein Medley aus If und der Atom Heart Mother Suite. Toller Orgelteil von Dom Beken. Zum Tr\u00e4umen. Sch\u00f6ne Gitarrenzupfereien von Gary Kemp. Eine wunderbare Neuverteilung der bekannten Melodien. Nachdem die Suite abebben und sich in einen ruhigeren Bach verwandeln wollte, spielten sie die andere H\u00e4lfte von If.<\/p>\n<p>Von mir aus h\u00e4tten sie die Suite nochmal komplett spielen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aber viel Zeit zum Schwelgen blieb nicht. Der <strong>Nile Song<\/strong> blie\u00df alles weg. Was ein Brett. Die Band hatte Spa\u00df. Wir auch. Das Lied war gef\u00fchlt zu kurz.<\/p>\n<p>Vogelgezwitscher. Die \u00dcberleitung danach. Wie es Pink Floyd fr\u00fcher oft bei Konzerten gebracht und gemacht hatten. Da konnte eigentlich nur <strong>Green Is the Colour<\/strong> kommen. Und da war es auch. F\u00fcr mich eigentlich eine Hippie-Hymne. Also noch mal schmelzen &#8230;<\/p>\n<p>Und \u00fcberhaupt, und nochmal: tolle Musiker. Allesamt.<\/p>\n<p>Aber gleich danach wieder etwas rotziger und naiver: <strong>Let There Be More Light<\/strong>. Toller Bass. Tolle Rocknummer. Funktionierte. Guy Pratt ist ein Tier mit sympathischem Humor.<\/p>\n<p>Dann ein weiteres Traumst\u00fcck. Sph\u00e4risch ohne Ende: <strong>Set the Controls for the Heart of the Sun<\/strong>. Hypnotisierendes Getrommele von Nick Mason. Was lieb ich das Lied. Aber eher nur in den diversen Live-Versionen. Pink Floyd haben oft Lieder auf der B\u00fchne sehr viel sch\u00f6ner als von Platte gespielt.<\/p>\n<p>Nick frotzelte zu Beginn, dass nun er endlich mal den Gong spielen darf, was eigentlich immer Roger Waters \u2013 der ja nicht teilen kann \u2013 an sich riss &#8230; \u00e4\u00e4\u00e4h &#8230; \u00fcbernahm. Kleine Seitenhiebe. Gar nicht altersmilde, der Herr Mason.<\/p>\n<p>Jedenfalls dehnte die Band den Mittelteil, wie von anderen Konzertaufnahmen gewohnt, sch\u00f6n aus. Schon wieder: Hach!<\/p>\n<p>Aber Mund zu und aufrecht sitzen bitte! Jetzt geht\u2019s weiter. <strong>See Emily Play<\/strong>. Noch eins meiner Lieblingsst\u00fccke, und Klingelton im mobilen Telefon, seit ich denken kann. Freude und Unschuld pur. Einfach so fett dahingerockt. Emily is a Punk Rocker. Well\u00a0she&#8217;s a punk punk, a punk rocker. \u00c4\u00e4\u00e4\u00e4h &#8230; ja. So ungef\u00e4hr.<\/p>\n<p>Da passt auch noch ein Fahrrad auf die B\u00fchne. <strong>Bike<\/strong>. Ich k\u00f6nnte es haben, singen sie, wenn es nicht eh schon \u201eausgeliehen\u201c w\u00e4re. Kam live echt gut r\u00fcber.<\/p>\n<p>Dann kurz darauf schon kollektives Ausflippen beim ersten Bass-Ton von\u00a0<strong>One of These Days<\/strong>. Was ein Brett. Was ne Nummer. Die Filmmusik um Leute in kleine St\u00fcckchen zu schneiden &#8230; oder auch einfach nur zum Tanzen, und von den St\u00fchlen zu Springen zu bewegen. Funktioniert. Die stoische Stuhlordnung war nicht mehr existent. Yeah! Dieser Bass. Dieser Druck. Diese Klangwand. Sagte ich schon, was das Lied f\u00fcr ein Brett ist?<\/p>\n<p>Und dann aus! Aus der Traum! Geklatsche. Gewinke. Geklatsche. L\u00e4cheln. Winken. Geklatsche. Rufe. Geklatsche. Geklatsche. Geklatsche&#8230;<\/p>\n<p>Uff! Sie kamen doch nochmal zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Und wieder Psychedlik pur. Viel Psychedelik. Hall. Viell Hall. Vor allem auf den Gitarren und auch dem Bass. Zuerst dachte ich an den Mittelteil von Echoes. Hatte mich schon sehr gefreut, da ich auch daf\u00fcr eine Neuinterpretation erwartete. Hielt aber nur kurz an. Das Zischen der Gitarren war dann doch zu unpassend f\u00fcr Echoes und eher bei\u00a0<strong>A Saucerful of Secrets<\/strong>\u00a0heimelig.<\/p>\n<p>Nach dem Intro setzte auch bald die majest\u00e4tische Akkordfolge auf der Orgel ein. Gefolgt vom Getrommele und dezenten E-Bow- und Slide-Gitarren. Der Bass akzentuierte genau richtig. Das Lied wuchs und wuchs und schliesslich setzte Kemp mit dem Melodiegesang ein. Da war es fast um mich geschehen, und ich sah mich schon in einem Notarztwagen wieder aufwachen. Atemlos im Beethovensaal \u2014 \u00c4lterer Typ h\u00e4lt sich f\u00fcr kreischenden Teenager, oder \u00e4hnliche Schlagzeilen kamen mir in den Sinn.<\/p>\n<p>Spa\u00df beiseite. Der zweite Teil des Liedes ist in vielen Konzert-Varianten einfach zu hinrei\u00dfend, um nicht G\u00e4nsehaut zu bekommen. Ist nat\u00fcrlich Geschmacksache. Bei mir funktioniert es immer wieder.<\/p>\n<p>Der Teil h\u00e4tte auch noch ein bisschen l\u00e4nger sein k\u00f6nnen, denn immerhin waren wir ja schon bei der Zugabe.<\/p>\n<p>Unglaublich gut die Musiker. Danke, Danke, f\u00fcr ein unglaubliches A Saucerful of Secrets.<\/p>\n<p>Dann der letzte Akt. <strong>Point Me at the Sky<\/strong>\u00a0&#8230; and let it fly. Schlitzohriges Ende eines tollen Konzertes.<\/p>\n<p>Oder kam da doch noch ein Lied hinterher? Ich weiss es nicht mehr. Ich war tats\u00e4chlich \u00fcberw\u00e4ltigt.<\/p>\n<p>Gerne wieder. Bald.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Ich hab eben bei der Recherche gesehen, dass das Konzert meist gleich abl\u00e4uft, und die Lieder jedes Mal in gleicher Reihenfolge kommen. Steht sogar beim <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Nick_Mason%27s_Saucerful_of_Secrets\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikipedia Eintrag<\/a> der Band. So falsch lag ich dann wohl nicht. Obwohl ich beim Schluss nicht mehr so sicher bin&#8230;<\/p>\n<p>Und nein, ich habe keine Fotos gemacht. Ich hab noch einige Bilder im Kopf. Das Smartie hatte ich im Auto liegen lassen (mit Absicht).<\/p>\n<p>Ach ja &#8230; die Abmischung h\u00e4tte etwas besser sein k\u00f6nnen. Weniger H\u00f6hen hier und da. Das Keyboard und Teile des Gesangs gingen alsmal unter. Aber der Saal wird es einem nicht einfach machen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Die Band:<\/p>\n<p>Nick Mason &#8211; Schlagzeug und Gong<br \/>\nGuy Pratt &#8211; Bass, Gesang<br \/>\nGary Kemp &#8211; Gitarren und Gesang<br \/>\nLee Harris &#8211; Gitarren und Gesang<br \/>\nDom Beken &#8211; Keyboards<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In aller K\u00fcrze: Es war der Hammer! Angefangen hatte die Band mit einer eigenen Version des Interstellar Overdrive. Das war bis auf den Angfangsriff nie wirklich eins meiner Lieblingslieder. Aber es war dennoch eine interessante Version, die sie da hinlegten. Hat Spa\u00df gemacht. Mit dem zweiten Lied hatten sie den Weltraum dann noch nicht verlassen. 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