Straßenfotografie Bozen, Radeln, WordPress, …

Südtirol zu siebt, Straßenfotografie Bozen in Schwarz-Weiß, Morgennebel auf dem Rad und ein Abend mit Elaste. Dazu: weniger WordPress, mehr Ruhe.

Der abgebildete See ist der Völser Weiher in Südtirol.

Zu siebt sind wir nach Südtirol gefahren…

Das Bild zeigt eine Gruppe von Personen bei einer Wanderung in einer bergigen Naturlandschaft in Südtirol.

…und sind über Hügel und durch Wälder gewandert.

[Die Galerie fängt mit den neuesten Bildern an. Zeitreise rückwärts also.]

Bozen. Straßenfotografie in der Altstadt.

Das vorletzte Foto – der Mann auf der Treppe – verletzt auf jeden Fall seine Persönlichkeitsrechte (vier andere vielleicht ebenso). Aber solche Momente finde ich immer sehr bewegend. Wir eilen daran vorbei und denken vielleicht gar nicht weiter darüber nach. Weil wir eventuell Angst davor haben. Denn auch wir könnten im nächsten Augenblick dort sitzen.

[Bitte gleich melden, wenn sich jemand erkennt und das Foto gelöscht haben möchte.]

Das Bild zeigt eine Collage verschiedener India Pale Ales (IPAs) sowie Berglandschaften bei Sonnenuntergang und Sonnenaufgang.

Craftige Mitbringsel.

  1. Lagunitas IPA (India Pale Ale) der Lagunitas Brewing Company (ursprünglich aus Kalifornien, heute Teil von Heineken).
  2. Birra Flea MA.MA IPA, ein handwerklich gebrautes India Pale Ale der italienischen Brauerei Birra Flea aus Gualdo Tadino (Umbrien).
  3. La Tarsina! IPA der italienischen Brauerei Birra Flea aus Gualdo Tadino (Umbrien).
  4. BrewDog Punk IPA, ein fruchtiges India Pale Ale aus Schottland mit 5,4 % bis 5,6 % Alkoholgehalt. Das Punk IPA ist immer wieder mein Favorit.
Das Bild zeigt ein gelbes Eis am Stiel (Fruchtsorbet mit Orangengeschmack), das von einer Hand gehalten wird, während im Hintergrund eine Wespe im Flug zu sehen ist.

Leckeres Stileis unter doppelter Attacke.

Das Bild zeigt einen ausgehöhlten Halloween-Kürbis, der mit einem blüten- oder sonnenblumenartigen Muster geschnitzt und von innen beleuchtet wurde.

Yvis Wohnzimmerkürbis.

Das Bild zeigt die Burg Lichtenberg oberhalb von Oberstenfeld im Bottwartal (Landkreis Ludwigsburg) an einem nebligen Morgen.
Eckdaten zur Burg:
• Art: Eine der ältesten und am besten erhaltenen staufischen Höhenburgen nördlich der Alpen.
• Ersterwähnung: Aus dem Jahr 1196.
• Besonderheiten: Besitzt einen ca. 30 Meter hohen Bergfried sowie eine spätromanische Kapelle aus der Zeit um 1230.

Die Burg Lichtenberg an einem nebligen Morgen.

Unser Auto musste zur Inspektion. Also das Radl hinten rein. Um dreiviertel Siebene von Lauffen nach Großbottwar gondeln, damit ich bis halb acht dort bin. Ging ganz gut. Es war weniger Verkehr als sonst. Ich erreichte mein Ziel mit Vorsprung. Dann mit dem Rad zur Arbeit.

Abends mit dem Rad von Beilstein nach Großbottwar. Auto abholen. Um halb sechs, im Feierabendverkehr, mit dem Auto von dort nach Lauffen. Eine Qual.

Bis kurz nach Ilsfeld hätte ich bestimmt mit dem Radl, auf der Straße (aber wer will schon auf dieser Straße mit dem Rad fahren), mithalten können. Wohlgemerkt: auf der Straße. Auf dem parallelen Radweg, mit all seinen Hindernissen und Schlaglöchern, hätte das nicht geklappt.

Jedenfalls wurde mir wieder bewusst, wie schrecklich Autofahren auf dieser Strecke – und auf vielen anderen – eigentlich ist.

Fast im Schritttempo ging es bis zum Kreisel in Ilsfeld. Dann konnte man für 5 Minuten so richtig Gas geben (wenn man wollte). Bis zur nächsten Blechschlange in Lauffen. Dort war gerade wieder eine Baustelle an der Schleusenbrücke und die Straße nur einspurig. Also warten, warten, warten, …

Autofahren im Berufsverkehr ist pure Zeitverschwendung. Vor allem, wenn man nicht den richtigen Podcast dabei hört.

Das Bild zeigt die Baustelle an der Schleuse in Lauffen am Neckar. Diese verändert sich fast wöchentlich. Verschwindet bestimmt bald (nach Monaten) und wird nach einigen Wochen wiederkommen, um wieder für Monate zu bleiben. Bei Baustellen des Bundes völlig normal.

Ja! Rebellion!

Da hat „jemand“ erneut die Pylone zur Seite geschoben. Die standen eigentlich immer mittig in diesem schmalen, eingezäunten Durchgang, der vielleicht eineinhalb Meter breit ist. Vermutlich zur Sicherheit des beidseitigen Verkehrs. Ich empfand sie immer als unsinnig, aber auch als kleine Herausforderung. Ein Slalom-Parcours, der Spaß macht.

Das Bild zeigt eine asphaltierte Landstraße oder einen Feldweg, kurz vor dem Leuchtmannshof bei Neckarwestheim, bei Dämmerung. An der Stelle führt dieser durch eine flache, neblige Landschaft mit Feldern. In der Ferne sieht man Bäume, die auf dem nächsten Hügel stehen.
Das Bild zeigt eine ländliche Morgenstimmung mit einem asphaltierten Weg am linken Bildrand, angrenzenden Feldern und einem leicht nebligen oder diesigen Horizont unter einem blau-gelben Dämmerungshimmel mit leichten Wolkenstreifen. Das ist kurz vor Ilsfeld. Rechts im Hintergrund kann man den Dietersberg vermuten.

Morgens, bei etwas Bodennebel, mit dem Rad zur Arbeit.

Das Bild zeigt einen stimmungsvollen Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang über einer ländlichen Feld- und Wiesenlandschaft mit einem schmalen asphaltierten Weg auf dem Dietersberg mit Bäumen am rechten Bildrand.
Das Bild zeigt eine ländliche Hügellandschaft mit Feldern, einem schmalen Weg, der direkt auf den Wunnenstein hinführt, und einem dramatischen Himmel bei Sonnenaufgang in orangeroten und blauen Farben.

Und am nächsten Morgen. Über den Dietersberg und am Wunnenstein vorbei.

[Notiz an mich: Ich muss wieder öfters meine kleine Kamera mitnehmen. Die packt so Szenen qualitativ besser.]

Das Bild zeigt eine DJ-Bühne im Innenraum des Heilbronner Theaterschiffs mit auffälliger blau-roter Neonbeleuchtung und den zwei auflegenden Elaste-DJs in gemusterten Anzügen.

Elaste – Talk & Musik & Popkultur auf dem Theaterschiff in Heilbronn. Präsentiert von Florian Weller.

Es war eine Mischung aus Lesung, Talk und DJ-Set. Michael Reinboth und Thomas Elsner, zwei der drei Macher, erzählten aus der Zeit des Magazins, in dem es um New Wave, Post-Punk, Kunst, Mode und Nachtleben ging.

Es war sehr unterhaltsam.

Nach dem Talk gab es das Elaste-DJ-Set: Reinboth und Elsner spielten New Wave, Electro, Cold Wave, Proto-Disco, Industrial und 80s-Sound. Da blieb keiner bewegungslos.

Die grafische Gestaltung war für damalige Verhältnisse sehr kreativ und abwechslungsreich. Jedes Magazin wurde neu erfunden. Alles blieb im Fluss.

Mir kam meine Ausbildung wieder in Erinnerung. Wie aufwendig damals so eine Heft-Produktion war: Filmmontage, die Arbeit an der Repro-Kamera, Belichtung, Rasterfolie, Schneidemaskierfilm, Skalpell.

Heute geht das im Vergleich sehr einfach, wenn nicht sogar automatisch. Fragt sich nur, ob man es genauso authentisch und eigen schafft.

Das Bild zeigt eine nasse, gewundene Asphaltstraße in einer ländlichen Gegend während der Morgendämmerung, umgeben von dichtem Nebel und silhouettenhaften Bäumen vor einem rosafarbenen und grauen Himmel. Kurz vor Ilsfeld.

Erneut eine traumhafte Stimmung. Mit dem Rad zur Arbeit. Auf dem Weg parallel zur L1105, kurz vor Ilsfeld.

Lauffenblicke – Bilder aus Lauffen am Neckar und aus der näheren Umgebung

Bis vor kurzem hatte ich bei den Lauffenblicken eine WordPress-Installation mit dem Plugin NextGEN Gallery am Laufen. Das Plugin bot die Funktion, Bilder aus einem FTP-Verzeichnis auszulesen und in einer Galerie darzustellen. Sogar aus einem entfernten FTP-Verzeichnis. Auch per Symlink.

Dann wurde das Plugin von photocrati an Imagely übertragen, wobei Imagely die Kompatibilität mit älteren Versionen und Funktionen wie dem Legacy-Modus einschränkte. Auch die FTP-Funktion ging dabei verloren.

Aufgrund von Nutzerbeschwerden über den Verlust der Funktionalität und die Komplexität der neuen Architektur bot Imagely zeitweise eine Rückkehr zu älteren Versionen wie NextGEN Gallery 3.41 an, um die volle Kompatibilität und bestimmte Upload-Methoden zu erhalten. Da hatte man dann zwei Plugins parallel installiert.

Bei einem Aktualisierungslauf ging dann irgendwas schief. Das Plugin erzeugte Fehler und machte die WordPress-Installation kaputt.

Ich sah mich schon in einer längeren Zeitspanne mit Fehlersuche und Reparatur feststecken.

In einem Blitzgedanken kam mir die Idee, das nicht zu machen und die WordPress-Installation aufzugeben, da ich die Lauffenblicke gar nicht so intensiv nutze, dass all die tollen und großartigen Funktionen von WordPress mit all den Plugins gerechtfertigt wären.

Vor allem hat man mit einer WordPress-Installation mit zig aktivierten Plugins ständig mit Aktualisierungen zu tun.

Ich hab dann kurzerhand die Lauffenblicke auf eine Galerie auf der Startseite reduziert. Jetzt sogar mit einem Würfelmodus für zufällige Bildsortierung. Zusätzlich mit Links zum Buch und der Haupt-Galerie in meinem Stapel. Die Bilder kann man groß klicken und mit den Pfeiltasten (oder Wischgeste) durchblättern. Mehr braucht es nicht.

Dadanaut – Instrumentalmusik, die Kopfkino erzeugt

Da beim Dadanaut auch nicht so viel passiert, erschien mir plötzlich auch hier eine WordPress-Installation als völlig überdimensioniert. Die vielen Plugins forderten auch viel Aufmerksamkeit und Pflege. Software sollte ja immer auf dem neuesten Stand sein, vor allem wegen Sicherheitsaspekten, aber da ich nicht nur bei den Lauffenblicken und beim Dadanaut, sondern auch hier bei den Schubladenerinnerungen WordPress einsetze (einsetzte), war das immer ein Reigen an Aktualisierungs-Aufforderungen.

Sonst habe ich noch vier weitere WordPress-Installationen, um die ich mich als Admin kümmere und von denen ich daher ebenfalls erinnert werde, etwas zu tun. Viel unterschwelliger Druck, so insgesamt. Da tun zwei weniger irgendwie erleichternd gut. Und nein, PHP2Shell hatte damit nix zu tun. Und WordPress ist immer noch ein tolles CMS.

Jetzt läuft beim Dadanaut, wie schon einmal, Kirby.

Dann habe ich Dadanaut noch von folgenden Plattformen entfernt: Soundcloud, hearthis, Bandcamp (schon länger), …

Auf der Panoramastraße mit Blick auf die Neckarkurve vor Lauffen am Neckar. Rechts sieht man den Krappenfelsen.

Wunderschön. Die Neckarkurve vor Lauffen am Neckar.

Der asphaltierte Weg führt am Neckar entlang auf dem Neckartal-Radweg zwischen Mundelsheim und Lauffen. Hier zwischen Lauffen und Horkheim.

Regenrunde am Neckar entlang.

Nach der Uhrumstellung. Auf der Panoramastraße mit Blick auf die Neckarkurve vor Lauffen am Neckar. Rechts kann man den Krappenfelsen erahnen.

Und es hat Knips gemacht.

Das Bild zeigt die Bartholomäuskirche in Ilsfeld (Landkreis Heilbronn, Baden-Württemberg), die nach einem Großbrand der Ortsmitte im Jahr 1904 im Jugendstil neu aufgebaut wurde.

Die Bartholomäuskirche in Ilsfeld. Aufm Weg vom Dietersberg runter gesehen.

Das Bild zeigt das historische Rathaus in Brackenheim im Landkreis Heilbronn, Baden-Württemberg.

Kurz mal mit dem Radl nach Brackenheim. Ein Ersatzteil beim Federmann holen, und lecker Burger im Burgermaister Grillamt essen.

Das Bild zeigt eine Flasche Damm Complot IPA (0,33 l), ein mediterranes India Pale Ale der spanischen Brauerei Damm.

Ha! Da habe ich tatsächlich noch ein craftiges Mitbringsel aus Südtirol im Kämmerle stehen gehabt. Das gab’s dann gestern Nacht als einsames Feierabendbier. Die vorletzte Nacht vor Monatsende.

  1. Damm Complot IPA, ein mediterranes India Pale Ale der spanischen Brauerei Damm. Intensive Hopfennote mit tropischen Frucht-Aromen, bei 6,6 %. Von den Mitbringseln – neben dem Punk – ein neues Lieblingsbier.

Und zum Abschluss gibt es noch Unterstadt II – Totenstaub und Rauch, ein älteres Album vom Dadanaut. Eingebettet über eine neue Funktion, die es nun auf der neuen Dadanaut-Website gibt.


Straßenfotografie Bozen, Klausen, Völser Weiher und dann wieder zu Hause ums Eck

Suedtirol Oktober 2026
Oktober 2026

Oktober: 753 km Weite, 7.496 m Höhe, 44 Stunden, 57 Touren.

Dadanaut.

Vom Skalpell zur KI – Wie jede neue Technik meinen Beruf billiger machte

Neulich landete bei der Arbeit wieder so eine Datei in meinem Postfach: ein Info-Flyer, auf dem mein Kunde betont, wie wichtig ihm die persönliche Beratung ist. Gestaltet hatte ihn eine KI. Das sah ich sofort, an diesem glatten, austauschbaren Stil, der einem gerade überall begegnet, vom Kosmetikstudio über die Autowerkstatt bis zur Stadtverwaltung. Wahrscheinlich wisst ihr, was ich meine.

Dazu die Bitte: „Davon brauche ich 1.000 Flyer in DIN A5, hinten wie immer unsere Kontaktseite.“

Also kurz drüberschauen: Das Logo ist verzerrt, für den Beschnitt ist kein Platz, und mit der CI des Kunden hat das Ganze nichts zu tun. Die Rückseite dagegen schon: Die haben wir über Jahre in digitaler Handarbeit entwickelt und schon oft mit anderen Vorderseiten kombiniert. Die passten dann aber auch dazu.

Im ersten Moment habe ich mich richtig geärgert. Im zweiten ist mir eingefallen, dass ich dieses Gefühl kenne. Nicht erst seit gestern, sondern seit 1990, seit meinem ersten Tag in diesem Beruf. Dazu muss ich kurz ausholen.

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Kleine Urlaube auf zwei Rädern – Radtouren am Neckar und andere Geschichten im September

Manche Monate brauchen keine langen Gedanken. Der September war so einer. Zwischen Urlaubsvertretungen und Projekten blieb wenig Luft – und genau die habe ich mir auf dem Rad geholt, meistens auf Radtouren am Neckar. Weinberge bei Lauffen, Gassen in Besigheim, Eisvögel am Fluss, eine alte Linde in Kirchhausen und zum Ende das Kloster Maulbronn. Lauter kleine Urlaube, direkt vor der Haustür.

Hier sind sie, fast ohne Worte.

Ein Reflektor (keine Ahnung, was es wirklich ist – eben ein reflektierendes Objekt) liegt aufm Radweg.

Was so auf dem Weg rumliegt.

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Drei Denker und die Schule der Zukunft

„Drei Denker und die Schule der Zukunft“ ist die Fortsetzung des fiktiven Streitgesprächs zwischen Adam Weishaupt, Immanuel Kant und Jean-Jacques Rousseau. Immer noch in der selben Taverne. Dieses Mal ist das Thema Bildung, Erziehung und Mündigkeit.

Hinweis: Dieses Gespräch ist immer noch fiktiv. Und zwar vollständig. Das Thema zieht sich ebenso durch die Zeit. Die Figuren orientieren sich an den überlieferten philosophischen Positionen der drei Denker, haben dieses Gespräch aber nie geführt.

Adam Weishaupt, Immanuel Kant, Jean-Jacques Rousseau diskutieren in einer Taverne

Ort: Dieselbe Taverne
Zeit: Später am Abend
Personen: Adam Weishaupt, Immanuel Kant, Jean-Jacques Rousseau (das Aussehen der Personen wurde aufgrund künstlerischer Freiheit etwas angepasst; filmreif eben)


Kant nimmt einen Schluck Wein und hebt den Zeigefinger.

Kant: „Die Schule muss den Menschen zur Mündigkeit erziehen. Er soll lernen, selbst zu denken, nicht nur auswendig zu lernen.“

Weishaupt lächelt.

Weishaupt: „Eine schöne Idee, Kant. Und doch überlassen wir die Erziehung allzu oft den Pfaffen und Fürsten. Deren Interesse ist nicht immer Aufklärung, sondern Gehorsam.“

Er beugt sich nach vorne.

Weishaupt: „Wir brauchen eine Bildung, die Mut macht. Eine Bildung, die Menschen lehrt, Autoritäten zu hinterfragen.“

Rousseau schüttelt den Kopf.

Rousseau: „Ihr wollt also Kinder mit euren Ideen formen, Adam? Ich sage: Lasst die Kinder in Ruhe! Erziehung muss natürlich sein, im Einklang mit ihrer Entwicklung und ihrer Erfahrung.“

Rousseau möchte, dass die Kinder in Ruhe gelassen werden

Kant: „Der Mensch ist ein Wesen, das erzogen werden muss. Ohne Anleitung bleibt seine Freiheit unfertig.“

Rousseau: „Und mit zu viel Anleitung wird sie zerstört.“

Kant hebt eine Augenbraue.

Weishaupt: „Vielleicht liegt unser Fehler darin, dass wir Bildung mit Gehorsam verwechseln.“

Er deutet auf die Tür der Taverne.

Weishaupt: „Draußen lernen Menschen, was sie denken sollen. In der Schule sollten sie lernen, wie sie denken.“

Weishaupt möchte, dass die Kinder zum selber denken und hinterfragen erzogen werden

Kant: „Das kommt meiner Vorstellung von Mündigkeit durchaus nahe.“

Rousseau: „Solange ihr ihnen dabei nicht jeden Gedanken vorschreibt.“

Weishaupt: „Dann sind wir uns vielleicht schon näher, als ich dachte.“


Der Streit verschärft sich

Kant: „Aber ohne Disziplin wird aus Freiheit schnell Willkür.“

Rousseau: „Und ohne Freiheit wird aus Disziplin Unterwerfung.“

Weishaupt: „Und ohne Aufklärung wird aus beidem Manipulation.“

Die drei schweigen.

Der Wirt blickt kurz von seinem Tresen herüber.

Kant: „Vielleicht braucht eine gute Schule drei Dinge: Disziplin, Freiheit und Vernunft.“

Rousseau: „Ich würde die Natur hinzufügen.“

Weishaupt: „Und die Fähigkeit, Autoritäten zu misstrauen.“

Kant: „Auch der Autorität des Lehrers?“

Weishaupt grinst.

Weishaupt: „Vor allem dieser.“

Rousseau lacht.

Kant schüttelt den Kopf.

Kant: „Das wird eine anstrengende Schule.“


Die Kerze ist fast heruntergebrannt.

Der Wirt beginnt, die Gläser einzusammeln.

Rousseau: „Vielleicht sollte die erste Lektion einer jeden Schule lauten: Denke selbst.“

Kant: „Und die zweite: Prüfe, ob dein Denken vernünftig ist.“

Weishaupt: „Und die dritte: Frage dich, wer dir beigebracht hat, was du denken sollst.“

Die drei sehen einander an.

Zum ersten Mal an diesem Abend widerspricht keiner.

[Schon wieder?]

Adam Weishaupt, Immanuel Kant und Jean-Jacques Rousseau schweigen. Keiner widerspricht mehr dem anderen.

Kant zweifelt. Ist sein Lebenswerk umsonst?

Kant alleine im Strudel der Selbstzweifel.

Kant: „Wird jemals jemand fragen, was ich geschrieben habe?“

Kant hofft, dass sein Werk verstanden wird.

Drei Denker in der Taverne

„Drei Denker in der Taverne:“ ist ein weiteres fiktives Streitgespräch. Diesmal zwischen Adam Weishaupt, Immanuel Kant und Jean-Jacques Rousseau

Hinweis: Dieses Gespräch ist vollständig fiktiv. Das Thema zieht sich allerdings durch alle Zeiten. Die Figuren orientieren sich an den überlieferten philosophischen Positionen der drei Denker, haben dieses Gespräch aber nie geführt.

Adam Weishaupt, Immanuel Kant und Jean-Jacques Rousseau diskutieren in einer Taverne so um 1790 rum.

Ort: Eine holzverkleidete Gaststube irgendwo in Europa
Zeit: Um 1790
Personen: Adam Weishaupt, Immanuel Kant, Jean-Jacques Rousseau (das Aussehen der Personen wurde aufgrund künstlerischer Freiheit etwas angepasst; filmreif eben)


Rousseau: „Der Mensch war einst frei … und doch sehe ich überall nur Ketten. Ihr wollt ihn mit euren Systemen bessern, doch was, wenn gerade diese Systeme ihn verderben?“

Rousseau bemängelt, dass der Mensch einmal frei war.

Kant setzt die Brille ab und betrachtet Rousseau ruhig.

Kant: „Freiheit ist nicht das Fehlen von Regeln, Rousseau. Sie liegt in der Fähigkeit, sich selbst ein Gesetz zu geben – das moralische Gesetz in mir, das durch Vernunft erkannt wird.“

Kant meint, dass der Mensch nach seiner Moral handeln soll.

Weishaupt lehnt sich zurück.

Weishaupt: „Ach, meine Herren. Ihr philosophiert im Elfenbeinturm. Ich aber habe versucht, die Vernunft in Bewegung zu setzen. Nicht nur denken – handeln! Der Orden der Illuminaten war ein Werkzeug, um das Gute in die Welt zu bringen.“

Rousseau: „Ein Werkzeug? Ihr habt Menschen in Ränge gesteckt und Symbole benutzt wie eine Religion. Ihr ersetzt doch nur ein System durch ein anderes!“

Kant: „Ein Geheimbund, Herr Weishaupt, der moralisch handeln will, aber sich der Öffentlichkeit entzieht – das ist ein Widerspruch. Moral braucht Transparenz. Die Maxime deines Handelns muss ein allgemeines Gesetz werden können.“

Weishaupt: „Und was, wenn das allgemeine Gesetz zu dumm ist, das Wahre zu erkennen? Die Aufklärung braucht Schutz vor der Masse – vor Dogmatikern und Tyrannen.“

Rousseau schlägt mit der Hand auf den Tisch.

Rousseau: „Ihr haltet euch für die Elite, für die Erleuchteten. Aber die wahre Weisheit liegt im Herzen des einfachen Menschen – bevor ihr ihn verbildet!“

Kant bleibt ruhig.

Kant: „Vielleicht liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen: Freiheit braucht Vernunft, aber auch Herz.“

Eine lange Pause entsteht.

Die Kerzen flackern. Der Wein ist fast leer.

Die drei Männer bleiben uneins – aber keiner verlässt den Tisch.

Vielleicht besteht Erkenntnis nicht darin, den anderen zum Schweigen zu bringen.

Vielleicht besteht sie darin, den Widerspruch auszuhalten.

Adam Weishaupt, Immanuel Kant und Jean-Jacques Rousseau schweigen und erkennen, dass man Widerspruch aushalten muss.