Der unsichtbare Schornstein: Warum eine Zigarette mehr Feinstaub erzeugt als ein Dieselmotor
Wer an einem sonnigen Nachmittag im Straßencafé sitzt, hört das Rauschen des Stadtverkehrs. Ferne Stimmen. Kinder, die freudig kreischen und zwischen geparkten Autos spielen. Lauscht neugierig der Streiterei zwischen Passanten und schnellen, rücksichtslosen Radfahrern. Vernimmt das grausliche Hupen der E-Scooter, die noch rücksichtsloser dazwischenschießen. Bekommt ungefragt die privaten Gespräche seiner Tischnachbarn mit, und weiß nicht, ob er dadurch aufgefordert ist, seine Meinung zu Problemen der Telefonierenden zu äußern. Bekommt lautstark mit, wie sich jemand anders durch eine Masse an Kurzvideos doom-scrollt. Sieht und hört Autos beschleunigen. Einen Roller, der waghalsig Slalom fährt. Sieht einen Lieferwagen, der in zweiter Reihe hält, Auspuffgase steigen auf. Was die meisten für den größten Luftverschmutzer des Moments halten, rollt und rast vorbei.
Doch die eigentliche Schadstoffbombe brennt oft nur zwei Meter weiter – am Nachbartisch, friedlich zwischen zwei Fingern.

Das war mir so deutlich nicht bewusst, bevor ich über den Schlagabtausch zwischen einem Dieselfahrzeug und drei Zigaretten las. Vermutet hatte ich es.
Diese Studie war der Auslöser für diesen Text – aber sie ist nur der Anfang der Rechnung. Die Details und Fakten, auf die ich dabei gestoßen bin, waren schier unglaublich.
- Die Illusion an der frischen Luft
- Das Mailänder Garagen-Experiment
- Bergamo: Wenn die Vorbelastung zur Rechnung wird
- Der Atem der Atmosphäre: Mehr als nur Rauch
- Der Müll, den jeder sieht
- Die Wurzel des Schadens: Wo der Rauch beginnt
- Fazit
- Quellen