AudioThing - ein Audiosoftware-Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von kreativen Audio-Plugins spezialisiert

AudioThing Audio-Plugins

AudioThing® ist ein in Dublin (Irland) ansässiges Audiosoftware-Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von kreativen und leicht skurrilen Audio-Plugins spezialisiert hat. Ihr Portfolio umfasst eine breite Palette an Effekten und Musikinstrumenten, darunter Emulationen von Vintage-Bandmaschinen und Röhrengeräten, analoge Echos, Drumcomputer, komplexe Faltungshall-Effekte (Convolution) sowie experimentelle Tools.

Das Ziel des Unternehmens ist es, professionelle und gleichzeitig erschwingliche Werkzeuge für Komponisten, Produzenten und Sounddesigner anzubieten. Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf der Barrierefreiheit: Die Plugins enthalten beschriftete Bedienelemente und Shortcuts, um blinde und sehbehinderte Nutzer zu unterstützen.

Plattform- und Update-Philosophie

AudioThing zeichnet sich durch eine sehr kundenfreundliche und flexible Infrastruktur aus:

  • Plattformübergreifend: Die Plugins laufen nativ auf den drei großen Betriebssystemen macOS, Windows und Linux (und viele davon sind zusätzlich als AUv3 für iOS im App Store erhältlich).
  • Lizenzierung: Eine Lizenz gilt für die Nutzung auf bis zu drei Computern.
  • Kopierschutz: Es gibt ein einfaches, benutzerfreundliches System. Es wird kein iLok, kein Dongle und keine permanente Internetverbindung vorausgesetzt. Die Aktivierung kann komplett offline erfolgen, und die Plugins funktionieren auch dann weiter, wenn die Firma theoretisch einmal nicht mehr existieren sollte.
  • Plugin-Manager & Updates: Mit dem eigenen Plugin-Manager behalten Nutzer bequem den Überblick über all ihre Installationen. Updates sind in der Regel kostenlos (große Versionssprünge kosten maximal eine kleine Gebühr von 5 bis 10 Dollar). Es gibt im Kundenkonto immer wieder attraktive Crossgrades oder die Möglichkeit, eine Plugin-Reihe günstig zu erwerben, wenn man schon einige Plugins davon besitzt.

Kein Abo-System

AudioThing positioniert sich bewusst gegen den in der Industrie weit verbreiteten Abo-Trend. Ihre Argumente dafür sind:

  • Kundenzentrierter Ethikansatz: Die Gründer waren selbst Musiker und Kunden, bevor sie Entwickler wurden. Sie glauben an eine lebenslange Kundenbeziehung, die auf dem Kauf einzelner, dauerhafter Produkte basiert, statt Kunden monatlich zur Kasse zu bitten.
  • Kein Machtungleichgewicht: Bei Abos besteht die Gefahr, dass Preise willkürlich erhöht werden oder der Zugang zu den eigenen Projekten blockiert wird, sobald man das Abo kündigt. AudioThing bietet ausschließlich „Perpetual Licenses“ (lebenslange Lizenzen) an. Ihre Werkzeuge sollen Musikern dauerhaft und verlässlich zur Verfügung stehen, ohne finanzielle Abhängigkeiten zu schaffen.

Das CLAP-Format

AudioThing gehörte zu den ersten kommerziellen Anbietern, die das neue Plugin-Format CLAP (CLever Audio Plug-in API) unterstützten. Die Gründe für diesen Schritt sind:

  • Unabhängigkeit von Tech-Giganten: Etablierte, proprietäre Formate zwingen Entwickler oft in restriktive Geheimhaltungsvereinbarungen (NDAs) oder Verträge mit einseitigen Kündigungsklauseln. Zudem werden sie selten auf Basis von Entwickler-Feedback aktualisiert und können vom Rechteinhaber ohne Vorwarnung eingestellt werden.
  • Open Source & Modernität: CLAP ist ein offener, modern gestalteter und liberal lizenzierter Standard (initiiert von Bitwig und U-he). Er bietet technische Möglichkeiten und Features, die ältere Formate nicht haben. AudioThing sieht in CLAP einen „Schritt in die richtige Richtung für die gesamte Audio-Industrie“ und stellt daher neue Versionen und Updates konsequent auch in diesem Format bereit.
Das Lied Perchtenschritt in Bitwig, mit vielen AudioThing Plugins

Die Zusammenarbeit mit Hainbach: Musikalische Kuriositäten und klangliche Zeitreisen

Ein absolutes Highlight im Portfolio von AudioThing ist die intensive Zusammenarbeit mit dem Berliner Elektronik-Komponisten, Sound-Künstler und YouTube-Phänomen Hainbach. Hainbach ist bekannt für seine Faszination für das „Unmusikalische im Musikalischen“ und spürt mit kindlicher Entdeckerfreude seltene Laborgeräte, historische Messinstrumente, Vintage-Bandmaschinen und obskuren Tech-Schrott auf, um daraus faszinierende Klanglandschaften zu weben.

Aus dieser Partnerschaft ist das sogenannte „Hainpack“-Bundle hervorgegangen – eine Sammlung von mittlerweile 11 hochentwickelten, wunderbar skurrilen Plugins, die auf seltenen und historischen Geräten basieren. Die Kollektion reicht von Lo-Fi-Klangschichten eines Drahttonrecorders aus Zeiten des Kalten Krieges (Wires) über die rotierende Klangästhetik des legendären BBC Radiophonic Workshop bis hin zu metallischen Resonanzen aus dem Frankreich der 1930er-Jahre (Gong Amp) und Feedback-Effekten im Stile Stockhausens.

Während sich die restliche Plugin-Welt oft auf die hundertste Emulation desselben klassischen Vintage-EQs oder -Kompressors stürzt, bricht die Kollaboration zwischen AudioThing und Hainbach radikal mit diesen Konventionen. Sie bringt einen erfrischenden Hauch von kreativem Wahnsinn und experimenteller Tiefe in die moderne Musikproduktion und verwandelt eigentlich unzugängliche, museale Hardware in einzigartige, inspirierende Software-Werkzeuge.

Weitere Links

AudioThing ist auch auf Facebook oder Instagram zu finden. Da kann man sich zusätzlich informieren und aktuell bleiben.

Im Musikregal vom Dadanaut verstecken sich viele Instanzen der Plugins.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert