Oh du unentschlossener Frühling - ein digitaler Rückblick

Oh du unentschlossener Frühling…

Ein unentschlossener Frühling – Nebel, Unwetter, Wahlen, Klarnamenpflicht, Mansplaining und Butterbrezel-Preise.

Blick von der Panoramastraße bei Neckarwestheim ins Neckartal - es liegt leichter Nebel über dem Fluss
Blick von der Panoramastraße bei Neckarwestheim in Richtung Lauffen am Neckar - rechts sieht man den Krappenfelsen - es liegt leichter Nebel über dem Fluss
Sonnenaufgang - morgens auf dem Weg zur Arbeit - mit dem Fahrrad
Sonnenaufgang - morgens auf dem Weg zur Arbeit - mit dem Fahrrad - kurz vor Beilstein

Ich liebe so Stimmungen. Morgens mit dem Radl zur Arbeit.

Dreimal Einweggrill und eine fette Mülltüte an einer Hundekot-Station - daneben eine Bank - Aussicht ins Neckartal

Party nach der Wahl? Dieses großartige Ding einer Demokratie.

Was ist das für eine Wahl, wo ich zwischen dem kleineren Übel und dem mittleren Übel wählen darf, damit das ganz große Übel nicht gewinnt? Das kleinere Übel – redet vor Wahlen wie ein Priester, der Wasser predigt und danach Bier sauft. Jeder will irgendwo landen, wo’s warm ist. Das mittlere Übel – kriecht dem Großkapital in den Arsch mit einem Lächeln, das sie Sachpolitik nennen. „Nicht gut fürs Land, les ich auf dem Plakat.“ Ich glaub’s ihnen. Und dann das große Übel – eine Schnittmenge aus beidem, plus etwas Dreck obendrauf.

Und tatsächlich frag ich mich, wer dem mittleren Übel das Gesicht eines Auswegs gebaut hat.

Am Morgen danach: Die Sitzverteilung riecht nach strukturellem Stillstand. Nette Anpassungspolitik. Kein Kampf gegen das System. Lieber Teil davon sein. Ist wärmer so.

Fernsehen, Konsum, Empörung auf Knopfdruck – die alten Beruhigungsmittel. Damit man nicht fragt, wofür man eigentlich aufsteht. In Baden-Württemberg hieß das Beruhigungsmittel diesmal: „Wir müssen die AfD verhindern!“ Und schon war die Wahl keine Wahl mehr, sondern eine Pflicht. Wer trotzdem die Linke, die ÖDP oder eine andere Kleinpartei wählte, galt nicht als mündiger Bürger – sondern als Naivling. Als Helfer des Bösen.

Günther Anders hätte das wiedererkannt. Der Mensch, schrieb er 1956, wird nicht mit Gewalt kontrolliert – sondern mit Angst. Nicht der Angst vor dem Staat, sondern der Angst, aus der Herde auszuscheren.

Aber eigentlich fängt es früher an. Anders‘ bitterste Beobachtung war eine andere: Das Ziel der Konditionierung ist nicht der gehorsame Mensch – sondern der beschäftigte Mensch. Einer, der funktioniert. Der nicht hinterfragt. Nicht weil es verboten ist – sondern weil nach Arbeit, Pendeln, Kindern und einem müden Feierabend schlicht keine Zeit mehr bleibt, um zu fragen: Warum eigentlich? Philosophie, Wissenschaft, kritisches Denken – das sind Luxusgüter für Menschen mit Muße. Und Muße ist das, was das System am sorgfältigsten verhindert. Kein Zensor nötig. Kein Verbot. Nur ein voller Kalender.

Und selbst wer noch fragt – was findet er vor? Karl Jaspers nannte es bereits 1966 „Parteienoligarchie“. Der Staat, das sind die Parteien. Nicht Vertreter des Volkes – sondern eine volksfremd gewordene Elite, die Parlamente, Verwaltung und Justiz längst unter sich aufgeteilt hat. Die politische Willensbildung des Bürgers? Degradiert zur bloßen Akklamation. Zum Abnicken. Das Kreuzchen, das den Beschluss bestätigt, der schon längst gefallen ist. Das war 1966. Man kann sich fragen, ob es seitdem besser geworden ist.

Also: Anders erschöpft dich, damit du nicht fragst. Und Jaspers sagt: Falls du doch fragst – die Antwort ist schon vergeben.

Solange die größte Angst nicht die eigene Unmündigkeit ist, sondern der moralische Ausschluss aus der „richtigen“ Gesellschaft – solange funktioniert das System prächtig.

Man könnte sagen: Die AfD-Warnung war ja berechtigt. Stimmt vielleicht. Aber Anders würde fragen: Wann genau hat berechtigte Angst aufgehört, ein Argument zu sein – und angefangen, ein Werkzeug zu sein?

Wird oder war das ein politischer Frühling?

Der rote Punkt vom Ordnungsamt, an einem Fahrrad, dass schon tagelang an einer Hecke stand - bald war es weg

Der „Rote Punkt”. Der letzte Hinweis, bevor das Rad kostenlos entsorgt wird.

Das schottische Folk-Trio Real Time im Phoenix Irish Pub in Lauffen am Neckar

War mal wieder schön Schottisch zu hören. Auch die Musik. Real Time im Pub in Lauffen.

Toter Regenwurm, der zermatscht an meinem Fahrrad klebte

Keine Ahnung, wie ich den getötet habe. Das war dann sein letzter Frühling. Ist das dieser Schmetterlingseffekt?

Brezel wird mit Butter beschmiert, da die Butterbrezel beim Bäcker unverschämt teuer wurde

Bei den Preisen zur Zeit, dann doch lieber das Butterbrezel-Bastel-Set.

Die Fertig-Butterbrezel bei einem der Bäcker in Beilstein kostet zur Zeit 1,65 Euro. Die unfertige Butterbrezel 0,95 Euro. 250 g Berchtesgadener Land Butter aus frischem Berg- und Alpenrahm kosten zur Zeit 2,69 Euro.

Der Bäcker verlangt 0,70 € Aufpreis pro Brezel fürs Buttern – das ist irgendwie happig!

Eine typische Portion Butter für eine Brezel sind ca. 10 – 15 g, also für 4 Brezeln ungefähr 40 – 60 g. Bei 250 g kommt man locker auf 5 – 6 4er-Portionen (= 20–24 Brezeln).

Wenn ich mir also vier Brezeln auf einmal gönne, ergibt das folgende Zahlen:

Brezel-Varianten, je 4 StückPreis
Beim Bäcker mit Butter6,60 €
Selbst buttern (inkl. Butteranteil)4,34 €
Ersparnis~2,26 €

Gesamtersparnis über die ganze Packung:

  • Bei 5 Portionen: ungefähr 11,30 € gespart
  • Bei 6 Portionen: ungefähr 14,10 € gespart

Das Butterbrezel-Bastel-Set lohnt sich also definitiv!

Ja, ich weiß! Alles ist teurer geworden, oder kann nicht mehr aus gefährlichen Kriegsgebieten billig importiert werden…

Ich liebe unsere Bäcker in Lauffen. Ich möchte mir nicht irgendwann die billigen Aufbackdinger aus dem Discounter (wenn sie nicht vom lokalen Bäcker stammen) kaufen müssen, das es die Bäcker vielleicht nicht mehr gibt. Ich möchte mir auch nicht unbedingt das Brot und Brezeln selber backen müssen. Das wäre noch mehr Zeit, die von meiner „luxuriösen“ Freizeit, neben der Zeit fürs Arbeiten gehen, abgeht. Da würde ich gerne meinen Hobbies nachgehen. Ich möchte nicht, dass das so kommt.

Dann hatte ich mir seit Herbst mal wieder eine Schneckennudel gegönnt. Das Ding war winzig und kostete 2,69. Da lagen so viel unterschiedliche Reihen süße Stücklen und die Preisschilder waren wild verteilt, dass der Schock erst beim Bezahlen einsetzte.

Die Schneckennudel hatte ca. 12 cm Durchmesser. Ich musste sie messen, es war aber keine Zeit sie zu knipsen, denn „Mit einem Happs, war sie weg!“. Eine krasse Frühlingsschrumpfung. Es müsste doch eher alles sprießen… im Frühling.

Auch dazu habe ich mir den Vergleich mit 15 cm – so aus der Erinnerung – als Referenz schätzen lassen. Als fairen Preis nehme ich hier den inflationsbereinigten Wert von damals – also was die Schnecke heute kosten dürfte, wenn nur die allgemeine Teuerung eingerechnet wird, nicht die Schrumpfung (wer es besser weiß, bitte melden):

ca. 2015Heute
Durchmesser15 cm12 cm
Fläche176,7 cm²113,1 cm²
Anteil100 %64 %
Fairer Preis0,75 €1,72 €
Tatsächlicher Preis1,20 €2,69 €
Zu viel bezahlt0,45 €0,97 €

Man bekommt also 36 % weniger Schnecke, zahlt aber fast 1 € mehr als fair wäre. Zum heutigen Preis pro cm² müsste eine 15 cm-Schnecke satte 4,20 € kosten – das würde ich wohl niemals zahlen.

Shrinkflation Ahoi!

Tage später sah ich, dass die Butterbrezel in Heilbronn 1,90 kostet! Hatte es eigentlich schonmal eine deutsche Regierung geschafft, diese astronomischen Preisanstiege ohne Krieg zu stoppen? Die Weimarer Republik nach einem Krieg … also auch nicht ohne den Hintergrund des Ersten Weltkriegs und seiner Folgen. Also auch nicht ohne Krieg.

Und nochmal 2 Wochen später, nachdem ich mich mit der netten Bäckerin über den Plunder-Preis unterhalten hatte, kostete der Plunder nun 2,10. Habe trotzdem keinen gekauft. Er ist nicht größer geworden.

Volcan Espresso - sehr leckerer Espresso

Neuer Lieblings-Espresso auf Arbeit. Nicht aufdringlich und trotzdem geschmackvoll.

Kleine Scherben, die im Mantel steckten und Fahrradschlauch perforiert hatten

Diese zwei fiesen Dinger hatten mal eben meine Mobilität ausgebremst: Plattfuß in Heilbronn. Das links ist die Rändelmutter. Dieser drehbare Verschluss am Ende des Ventils, direkt an der Felge sitzend.

Gelbe Blumen

Konzentrische Farbwelten. Eine Art Frühling in der Bude. Einfach schön.

Die Neckarkurve vor Lauffen am Neckar. Rechts der Krappenfelsen und im Hintergrund das nächste Unwetter.

Unentschlossener Frühling. Ganz typisch: eben noch trocken, dann bricht das Chaos los. Trotzdem beeindruckend schön.

Im Bild: die Neckarkurve vor Lauffen am Neckar von der Panoramastraße bei Neckarwestheim aus gesehen. Rechts kann man den Krappenfelsen erahnen.

Das Thema Klarnamenpflicht

Social-Media-Verbot für Jugendliche (vorgeschobener Grund: Jugendschutz)

Altersverifikation erforderlich → muss aber jeden Nutzer erfassen

Identifikationsinfrastruktur für alle Internetnutzer entsteht

Klarnamenpflicht (eigentliches Ziel: Abschaffung anonymer Meinungsäußerung)

VPN-Verbot (da Jugendliche das Verbot per VPN umgehen) → Nebenwirkung: Homeoffice wird für Millionen Arbeitnehmer massiv erschwert

Kurz gesagt: Der Jugendschutz ist der Fuß in der Tür – das eigentliche Ziel ist die Kontrolle über öffentliche Kritik und das Einschränken der Informations- und Meinungsbildungsfreiheit.

Es geht nie um den Schutz einer gefährdeten Minderheit … oder Frauen … oder Kinder … oder den Schutz von uns allen.

Wenn jemand sagt, nur „Rechte“ seien gegen die Klarnamenpflicht – denkt daran: Es ist totalitäres Denken, das Freiheit einschränken will, egal mit welcher Begründung. Die Begründung ist immer leeres Geschwafel.

Rechte und kriminelle Täter sind generell immer kreativer als unsere „Experten“ in der Regierung, die ihr Tun aufgrund nicht kreativer und total überbezahlter Experten-Kommissionen begründen, in denen keine kreativen Experten sitzen.

Hier vier unterschiedliche Meinungen zu dem Thema: Gio unzensiert, Morpheus, Prof. Dr. Christian Rieck und Mr and Mrs Linux. Genau in den Zwischenzeilen lauschen. Vielleicht sogar in der Reihenfolge.

Wo die Klarnamenpflicht bereits existiert

Länder mit Klarnamenpflicht oder vergleichbaren Regelungen:

LandDemokratiestatus
🇷🇺 RusslandKeine funktionierende Demokratie
🇨🇳 ChinaAutoritäres System
🇰🇵 NordkoreaDiktatur
🇮🇷 IranAutoritäres System
🇻🇳 VietnamEinparteienstaat
🇹🇷 TürkeiIn Diskussion

Bemerkenswert: Dieselben Politiker, die diese Länder für ihre Internetkontrolle kritisieren, schlagen bei uns ähnliche Maßnahmen vor. Klingeling? Ein seltsamer Frühling ist das.

Niemand bestreitet die absolute Notwendigkeit, Kriminalität, häusliche Gewalt zu bekämpfen und den Jugendschutz ernst zu nehmen. Das sind gesellschaftliche Kernaufgaben. Aber es ist scheinheilig, diese existenziellen Probleme als moralisches Schutzschild zu missbrauchen, um Maßnahmen durchzusetzen, die am eigentlichen Ziel vorbeischießen und die Grundrechte aller einschränken. Während Kriminelle oft Wege finden, Lücken auszunutzen, wird die breite Masse unter Generalverdacht gestellt, ohne dass die eigentlichen Probleme an der Wurzel angepackt werden.

Die Klarnamenpflicht ist kein Schutz, das ist Symbolpolitik auf Kosten der Freiheit.

Hier noch als Doppel-Moral-Beispiel die Abstimmungshistorie unseres jetzigen Kanzlers zu Frauenrechten (Der ist auch so alt, dass der sich in den Themen bestimmt nicht mehr ändert. Außer, seine Berater empfehlen ihm, dass nach außen hin eine andere Meinung besser wäre.):

  • 1995 – Gegen Liberalisierung des Abtreibungsrechts (§ 218), obwohl CDU-eigenes Projekt
    Tagesspiegel
  • 1997 – Gegen Gesetzentwurf zur Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe (Begründung: fehlende Widerspruchsklausel; 2024 revidiert: „würde heute anders abstimmen“)
    Correctiv | Spiegel | ZDF
  • 2006 – Gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (Gleichstellung von Frauen in Beruf & Ausbildung), einer von 18 CDU-Abgeordneten
    Campact
  • Nov. 2024 – Gegen Reform des § 218 (Entkriminalisierung von Abtreibungen bis 12. Woche), trotz Mehrheit der CDU-Wähler dafür
    Campact
  • Kabinett – Kündigte an, Kabinett nicht zur Hälfte mit Frauen zu besetzen; kritisierte Feminismus als „Genderwahn“
    Tagesspiegel

Und dann nochmal auf die Klarnamenpflicht-Forderung (das Trojanische Pferd) fokussiert:

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) forderte beim politischen Aschermittwoch der CDU Rheinland-Pfalz am 19. Februar 2026 in Trier eine Klarnamenpflicht im Internet: „Ich möchte Klarnamen im Internet sehen. Ich möchte wissen, wer sich da zu Wort meldet.“ Er begründet dies damit, Politiker stellten sich ebenfalls mit offenem Visier – Anonymität sei ein Schutzraum für „Feinde unserer Freiheit“. Kritiker halten dem entgegen, dass Merz als Kanzler mit Personenschutz, Anwaltsstab und institutioneller Macht eine völlig andere Ausgangslage hat als ein normaler Bürger – von „Augenhöhe“ kann keine Rede sein.

Was dabei leicht übersehen wird: Die Klarnamenpflicht fällt nicht vom Himmel. Sie ist das voraussehbare Ergebnis eines politischen Stufenspiels – der sogenannten strategischen Inkrementalität.

Digitalexperten wie Markus Beckedahl und die NZZ warnen: Anonymität ist verfassungsrechtlich geschützt und schützt vor allem Whistleblower, Kranke und verfolgte Aktivisten – nicht Kriminelle, die sich ohnehin kreativ Wege drum herum suchen. Wer heute dem Social-Media-Verbot zustimmt, stimmt morgen der Klarnamenpflicht zu – ob er es weiß oder nicht.

Aktuell spricht (oder bis vor kurzem sprach) die Polizei noch Empfehlungen aus, dass Kinder und Jugendliche sich im Netz ohne Klarnamen sicherer bewegen – weil sie dadurch nicht von kriminellen Personen bis zur Hausadresse verfolgt werden können.

Mißbrauchte Hundekotbeutel-Station. Es gibt so viel Idioten.

Es gibt so viele idiotische Menschen.

Bunte Blumen.

Hauptsache es knallt.

Der Krappenfelsen bei Lauffen am Neckar von unten gesehen.

Unten am Krappenfelsen vorbei. Mit dem Radl. Der Frühling ist immer noch in den Startlöchern. Scheint’s.

A pint of beer an salt & vinegar chips...

Was da jetzt wieder in mir hochkam…

…als wir im Pub waren, hatte Yvi kurz Schwierigkeiten, Salt & Vinegar Chips (die leckersten Chips der Welt!) zu bestellen. Das Wort Vinegar kann für deutsche Zungen schwierig sein, vor allem wenn das Salt vorneweg kommt. Ich habe unbewusst die richtige Aussprache des Wortes hinterher geplappert, und wurde heftig von der Bedienung angefahren, dass ich doch gefälligst dieses Mansplaining lassen sollte.

Meine einzige Reaktion war perplexes Schweigen. Mein Pub-Erlebnis hat seither eine derbe Kerbe.

„Mansplaining bezieht sich auf ein spezifisches Verhalten, bei dem ein Mann einer Frau etwas grundlegend erklärt, das diese bereits weiß oder besser kann, oft in einem herablassenden Ton; die reine Mitteilung einer korrekten phonetischen Information (z. B. über das Internationale phonetische Alphabet IPA) ohne diesen Kontext ist hingegen eine neutrale Tatsache.“

Die Unterscheidung liegt im Kontext und der Absicht:

  • Es ist ein Mansplaining, wenn die Erklärung unnötig, belehrend oder herablassend erfolgt, obwohl die andere Person das Wort bereits beherrscht.
  • Es ist eine hilfreiche Korrektur, wenn die andere Person nachfragt, Fehler macht oder die Information in einem Lernkontext (z. B. zur Unterscheidung von Apfelessig oder Balsamico-Essig) gesucht wird.

Yvi hatte weder das „Mansplaining“, noch die Reaktion der Bedienung bemerkt.


Der unentschlossene Frühling in Zahlen

Der unentschlossene Frühling in Zahlen

März: 929 km Weite, 9.228 m Höhe, 46 Stunden, 63 Touren.


Anders: Der Mensch heute schämt sich, dass er geboren wurde – und nicht gebaut. Er passt nicht zur Maschine, also passt er sich an. Er wird zur Funktion. Zur Stelle. Zur Anstellung.

Hesse: Ja. Und dabei vergisst er, dass er vorher schon jemand war. Bevor er die Stelle hatte. Bevor er die Rolle übernahm.

Anders: Vergessen ist das falsche Wort. Er wird dazu gebracht, es für unwichtig zu halten. Das System braucht keine Menschen, es braucht Funktionsträger.

Hesse: Aber irgendwo – tief drin – weiß er es noch. Das ist das Unbehagen, das viele spüren, ohne es benennen zu können. Dieses Gefühl: Das bin ich nicht wirklich.

Anders: Dieses Gefühl ist gefährlich. Für das System. Deshalb wird es so gründlich betäubt.

Hesse: Oder es wird zum Anfang von etwas. Siddhartha hat auch erst alles abgelegt, bevor er sich selbst fand.

Anders: (kurze Pause) Du bist Optimist.

Hesse: Du nicht?

Anders: Ich bin Realist.

Hesse: (lächelt) Das sagst du.

Eine völlig fiktive Unterhaltung.

Perchtenschritt – ein Lied im Ambient-Drone-Stil von Dadanaut

Kann die Perchte endlich dem Frühling den Einhalt ebnen…?

2 Gedanken zu „Oh du unentschlossener Frühling…“

  1. Hi Marco,
    bin schwer beeindruckt, was Du hier an Output präsentierst.
    Mansplaining – uiuiui.
    Schreiben – mach weiter!
    Liebe Grüße,
    Martin

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