2025 – definitiv mitten im Kontinuum

2025 – definitiv mitten im Kontinuum

Räuspern, das Geräusch eines Stuhls, der zurechtgerückt wird. Einer Stimme, trocken wie alter Zwieback lauschen … oder doch gleich zu den Bildern, oder zur Statistik springen?

DINK (auf selbigem Stuhl sitzend): Nun gut. Blättern wir also ein bisschen im Zeitrahmen. Dem Zeitrahmen im Kontinuum, das sich 2025 nennt. Ein weiteres Kapitel im großen Buch der Vergänglichkeit, das wir kontinuierlichen Alltag nennen.

Es begann, wie es wohl beginnen musste: Im Schlamm. Im Januar krochen wir durch die Neckarschlinge, über Baumstämme, die uns der Forst – oder war es das Schicksal? – in den Weg gelegt hatte. Weil die Gegenwart im Winter meist eine Enttäuschung ist, flüchtete ich ins digitale Archivarium. Ich grub meine alten Stop-Motion-Filme aus. Kleine, ruckelnde Zeugen einer Zeit, in der wir noch dachten, Geduld würde sich auszahlen. So ungefähr 2006 riss sie ab.

Dann war ich mit Hendrik im Grend in Essen. Dort hatte er mit seiner Band The Saint Paul einen Auftritt. Es war herrlich. Das Konzert war klasse. Danach zogen wir los, um mit wunderbaren Menschen die Nacht unsicher zu machen.

Der Februar? Ein schlechter Scherz des Klimas. Immer noch und immer wieder kein Schnee in Lauffen, also mussten wir ihn in den Löwensteiner Bergen suchen, wie Touristen, die eine ausgestorbene Spezies besichtigen.

Und oft Musik im Ohr, um das Rauschen der Welt zu übertönen.

Dann kam der März, den ich Endwinter nannte, weil Frühling ein Versprechen gewesen wäre, das der Monat dann doch nicht einhielt. Und während draußen die Natur zögerte, führte ich drinnen meinen eigenen Krieg: Der Wechsel zur Deutschen GigaNetz. Ein Drama in mehreren Akten über das Schweigen der Leitungen. Meine Nerven rissen vor der Verbindung. Brecht hätte gesagt: „Der Mensch ist erst wirklich verloren, wenn das WLAN blinkt.“

Im April wurde ich philosophisch, oder vielleicht auch nur wütend. Ich schrieb ein Wörterbuch der Worthülsen, um den Nebelkerzenwerfern in Politik und Medien etwas entgegenzusetzen, und betrachtete das Geschäft mit der Angst. Es ist ja so: Wenn die Welt unsicher wird, verdienen die Scharlatane am besten. Vom Anbeginn der Zeit bis 2025 und darüber hinaus.

Aber es gab Lichtblicke, fast schon verdächtig hell und irgendwie untypisch für jemand, der Waldorf und Statler gleichzeitig sein könnte. Der Mai. „Was ’ne Wonne!“ habe ich geschrieben. Man höre und staune. Ich war bei Look Mum No Computer im Wizemann. Lärm, Kabel, Chaos – herrlich. Für einen Moment vergaß ich, dass wir am Abgrund tanzen. Auch der Walpurgismonat hatte seine Reize, bevor der Juni mich wieder auf den Boden der Tatsachen holte. Reinhard Meys Nein, meine Söhne geb ich nicht dröhnte durch meinen Kopf. Die Botschaft alt, die Kriege neu. Der Mensch lernt nichts, er rüstet nur um.

Der Sommer? Ein Euphemismus für Regenzeit. Im Juli und August führte ich einen amphibischen Kampf auf dem Arbeitsweg. Mein neues Rad, der Buntfant – ein Gravelbike, geboren aus der Not (Welch Glück!), weil der Markt versagte und der Blaue Elefant mich von Mitte 2023 bis 2025 immer wieder im Stich ließ – trug mich stoisch durch die Fluten.

Mitte August, als der Sommer 2025 doch noch seine heißeste Phase erreichte, radelten Hendrik und ich nach Coburg, um Gabriel zu besuchen.

Dann, im Herbst, die Flucht nach Süden. Südtirol. Der Neuhaushof. Wir aßen, wir tranken, hatten Spaß und trafen Freunde. Dort oben, zwischen Villanderer Alm und Eisacktal, da funktioniert die Welt wohl noch. War ja auch Urlaub.
Auf der Rückfahrt ignorierten wir – Strafe muss sein – die Warnungen des ADAC und suhlten uns prompt zehn Stunden in zähflüssigem Verkehr und Stau.

Wieder zuhause, kämpfte ich gegen die Obsoleszenz der Software. Mein altes Zeitraffer-Programm war tot, also ließ ich mir ein Skript schreiben. Time Slice 3. Der Mensch bezwingt die Maschine, nur um dann stundenlang Wolken beim Ziehen zuzusehen. Eine schöne aber genussvolle Sinnlosigkeit.

Und schließlich zum nahenden Ende von 2025 der Dunkelmonat November. Die Zeit, in der man die eigene Melancholie wie einen nassen Mantel trägt. Doch dann: Kruder & Dorfmeister in Stuttgart. Bässe, so tief, dass sie die Eingeweide massierten. Ein Abend, der bewies: Wenn alles andere versagt – die Technik, das Wetter, die Politik – dann bleibt uns immer noch die Musik. Und die könnte immer da sein.

Mitte Dezember tauchten plötzlich die Bilder vom Wochenend-Trip nach Bernkastel-Kues wieder auf. Ich habe sie endlich sortiert – eine wunderbare kleine Zeitreise. Und dann waren da noch die traditionellen Treffen mit Martin und Felix. Natürlich in Stuttgart.

Drei- oder viermal musste ich 2025 auf dem Weg zur Arbeit doch aufs Auto umsteigen. Eine Niederlage, ich gebe es zu. Aber Heldenpose im Regenmantel wärmt auch nicht ewig, und auf Eisschichten zu schlittern, kann das Leben g’schwind beenden. Dazu kamen Termine, die nach der Arbeit mit dem Rad schlichtweg nicht zu schaffen waren.

Das war 2025. Wir haben es überlebt. Mehr war nicht verlangt, und mehr wurde auch nicht geliefert.

„Ich hasse diese festgesetzten Fälligkeitstage, die das Leben in Jahre einteilen und uns einreden, dass an einem bestimmten Tag alles endet und neu beginnt. Das Leben ist eine kontinuierliche Entwicklung. Es gibt keine Pausen.“ – Antonio Gramsci

Und Antonio Gramsci weiter:

„Ich will, dass jeder Morgen für mich ein Neujahr ist. Jeden Tag will ich mit mir selbst abrechnen, und jeden Tag will ich mich erneuern.“

Hoch die Tassen! Es endet nicht, nein, es geht weiter.


Was war so los in 2025: Erinnerungen aus dem Stapel, Erinnerungen aus dem Blog.

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Endwinter - Wasser stömt in Massen einen Weg hinunter

Beherzt durch den Endwinter?

Der März ist kein Anfang. Er ist für mich der Endwinter. Ein Aufwachen mit geschlossenen Augen und einer Socke, die irgendwo im Bett verschwunden ist. Das Licht tut schon so, als wüsste es, wohin – aber der Atem malt noch kleine lustige Gespenster an die Scheiben. Die Tage werden länger, aber nicht zwingend klüger. Der Endwinter trägt kein Ende in sich, sondern ein Zögern mit Schal und einem Anflug von Fernweh.

Und wenn der Wind von Osten weht,
der März den Matsch wie Butter dreht,
dann denkt man still bei sich: Na ja –
früher war mehr Lametta … äääh … Schnee.

Ein Innehalten zwischen Kälte und Knospe – und irgendwo summt ein Vogel, der offenbar einen falschen Kalender hat. Man nickt ihm zu. Vielleicht auch sich selbst.

Den unpoetischen Rest gibt es hier im digitalen Schnelldurchlauf.

Rambazamba! Ein Lied von Dadanaut. Wird auf dem Album Reaktokratie sein, welches 2025 kommt.

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Die ersten drei Monate zusammengefasst

Die ersten drei Monate zusammengefasst

Eigentlich wollte ich diese „Rückblicke“ gar nicht mehr bringen. Nun sind drei Monate vergangen, und ich habe festgestellt, dass mir diese Zusammenfassungen irgendwie fehlen. Sei es wegen dem Spaß, der Schreibübung oder da ich im Text sarkastisch oder zynisch sein kann (was ich beides manchmal gerne bin).

Echt seltsam. ist aber so…

Hier gibt es nun – für meine wenigen Leser – die ersten drei Monate des Jahres 2023 zusammengefasst.

Daher auch ziemlich viele Bilder auf einmal.

Januar

2023 01 01 13 25 01

Caffè Doppio geht überall.

2023 01 06 10 55 08

Müllentsorgung geht leider auch überall.

2023 01 11 12 43 20

Die wilde Bande ist schon da.

2023 01 18 05 20 18

Karnivool und The Ocean (Collective) live im Scala.

Eigentlich hätten Ene, Bobby und ich auf der Gästeliste stehen sollen. Ene hatte das eigentlich klar gemacht. Ging aber irgendwie schief.

Egal. Dafür bezahlen ist auch in Ordnung. Kunst unterstützen sowieso. Also Scheine zücken! Da kommt einer an mich ran und schenkt mir ’ne Karte. Sein Kumpel wäre krank, und er hatte keinen gefunden, der sonst mit wollte.

Coole Sache! Dafür bin ich während der Fahrt aus Lubu geblitzt worden. Gleichstand! [Wobei ich bis heute noch kein Knöllchen bekommen habe.]

War ein fettes Ding, das Konzert. Trotz schlechtem Sound im Scala.

2023 01 18 07 41 08

Zwei Millimeter Schnee! Chaos! Und ausgerechnet dann muss ich mit dem Auto zur Arbeit fahren.

2023 01 21 15 56 18

Mehr Schnee gab’s diesen Winter nicht in Lauffen.

2023 01 27 16 23 17

Frühjahr 2019 wollten die fertig sein. Den Hinweis haben sie vor einer ganzen Weile entfernt. Was bis jetzt fertig ist, total fertig, ist die Straße, die an der Baustelle vorbei geht. Also die, die in Richtung Krappenfelsen geht. Ein Meer an Schlaglöchern, Steingeröll und Schmutz. Da hab ich mir schon zwei Plattfüße eingehandelt.

2023 01 29 16 01 00

Systemwechsel.

2023 01 30 09 59 04

Ganz witzig … irgendwie. Obwohl ich nie Säfte von Kumpf kaufe, oder kaufen werde.

2023 01 31 07 58 55

Alles hat eine Ende. Auch die Paranoia?

2023 01 31 08 00 36

Wenn aus Siebenmeilenstiefel Elfmeilenstiefel werden…

Das waren meine Winterfahrradschuhe.

Beim Absteigen – am Mammut – bin ich in einen derben Hundekackhaufen getreten. Boah! War mir schlecht. Ich hätte glatt neben den Haufen gekotzt.

Da ist mir beim Putzen das erste Mal aufgefallen, wie geschändet die Elfmeilenstiefel eigentlich sind.

Februar

2023 02 01 12 30 48

Aus Einer gegen alle, von Oskar Maria Graf.

2023 02 03 12 03 10

Yvis bunter Kichererbsensalat.

2023 02 04 13 04 24

Nachdem sich die zigste Speiche verabschiedet hatte, war doch endlich mal ein komplett neues Laufrad hinten nötig.

2023 02 07 08 13 29

Auch der Radiator ist mittlerweile leicht angekratzt. Ab jetzt geht es schnell…

2023 02 11 14 17 01

Neuer Dauergast auf der Vogelinsel.

2023 02 13 12 56 05

Zum Nachtisch ein Spiel.

2023 02 16 08 38 13

Vom Drahtesel runter.

2023 02 18 18 34 12

Split-Experimente in Bitwig.

2023 02 22 08 10 32

Morgens, Richtung Krappenfelsen. Rechts wird der Neckar durch einen Damm in Schach gehalten.

2023 02 22 12 22 53

Nochmal aus „Einer gegen alle“. Teilweise eine krasse Gedankenwelt.

2023 02 25 10 28 29

Hoppla! Da wird man beim Fenster schließen unbeabsichtigt zum Mörder.

2023 02 25 14 15 41

Und schon zu zweit.

2023 02 25 17 23 02

Goldener Moment an der Burg.

2023 02 26 11 45 43

Zum Glück haben wir viele nützliche Parkplätze. Wie den hier, direkt am alten Hauptgebäude vom Schunk. Dem großen Arbeitgeber Lauffens.

2023 02 26 13 06 24

Einer meiner Lieblingswege wächst langsam zu.

2023 02 28 18 27 50

Am Straßenrand.

März

2023 03 03 08 21 56

Morgens, aufm Weg zur Arbeit.

2023 03 03 08 57 57

Die Farbe ist weg. Nur noch die „Grundierung“ ist da. Hat zwar auch was, aber …

2023 03 04 10 46 47

Es bleibt eisig.

2023 03 05 14 39 25

Müller und KSK. Endlich was nützliches. Und auch hier ganz tolle Parkplätze. Die Schrebergartenanlage davor war ja echt schäbig. [Das war jetzt wohl der oben erwähnte Sarkasmus.]

Okay, in dem helleren Gebäude gibt es was für unsere Gesundheit. Also doch nicht komplett doof. Aber das Gebäude, wo „Komfort auf Beratung trifft“ … ich weiß ja nicht.

2023 03 06 08 17 36

Auch das hier löst sich auf. Die Macht der Feder schwindet.

2023 03 12 13 06 47

Ein Platz im Grünen.

2023 03 13 18 47 16

Noch vor Donner und Blitz…

ai

Meine schnellen AI-Experimente.

Macht mich schon sehr nachdenklich. Die Ergebnisse werden immer besser. Zumindest seit meinen letzten Versuchen. Und ich habe wirklich nicht sehr viel Zeit investiert. Es geht ja eigentlich „nur“ darum eine gewisse Anzahl an Schlagwörter zu finden, die einem das „gewünschte“ Ergebnis im Lieglingsmalstil des Lieblingskünstlers generieren.

Ich bin hier gar nicht tiefer eingestiegen. Ich hätte ja eine mehrteilige Szenerie generieren können. Das Plugin lässt das durchaus zu. Aber mir kommt das alles so falsch vor. Vom Bauchgefühl her werden wir in Zukunft sehr viele Bürojobs an die AI verlieren … und vielleicht werden wir die AI oder KI dazu nutzen, solch generierte Werke zu identifizieren.

Es geht ja wirklich sehr viel: Programmierung, Excel-Tabellen, Bewerbungsschreiben, Briefe, Kurzgeschichten, …

Bruce Schneier hat ein paar sehr interessante Gedanken dazu.

2023 03 21 18 22 26

Schön wär’s gewesen…

2023 03 25 14 50 36

Meins in Boden-Tarnfarbe.

2023 03 25 18 17 15

Aufm Jagdsitz.

2023 03 26 11 51 49

Treffpunkt Ast.

2023 03 26 12 54 49

Besser hier, und nicht im Wald.

Schrebergaerten

Die letzten beiden gallischen Dörf… äääh … Schrebergärten.

Hier gibt es zum Vorhören mal einen kurzen Sinnspruch. Das erste Lied auf dem kommenden Dadanaut Album Massenkater.

2023 03 31 07 45 24

Licht am Ende des … der Unterführung.


Und zum Abschluss wieder der Bewegungsradius … der ersten drei Monate

Jan Feb Maer 2023

Januar bis einschließlich März 2023: 1.667 km Weite, 38.874 m Höhe, 96 Stunden, 129 Touren.

Jan Feb Maer 2023 Hauptwirkungskreis

Hauptbewegungsgebiet in diesen ersten drei Monaten.