Bruddel- und andere Motz-Geschichten. Nein, nicht nur. Es gibt auch nette Lach- und Sachgeschichten dazwischen.
Hier im digitalen Rückblick.
Aber zuerst ein paar Höhepunkte (negativ wie positiv):
- Die Corten-Linie in Heilbronn
- Karfunkel
- Heutzutage ist alles elektrisch, sogar die Gitarren, elektrisch!
- Stau im Schozachtal
- The Saint Paul live in Bochum
- Radeln auf der Hitzewelle
- Erstaufforstungsgenehmigung
- Keine Dachboden-Party


Begegnungen am Neckar: Vom Eisvogel und der Natur
Hier, an den schattigen Ufern des Neckars, unter den steilen Hängen des Krappenfelsens, schlägt das Herz einer verborgenen Wildnis. Und dort… sehen wir ihn. Ein funkelnder Saphir, der über das Wasser schießt. Der Eisvogel.
Seit Jahrtausenden perfektioniert diese Kreatur die Kunst der Jagd. Mit atemberaubender Präzision stürzt er sich im Tiefflug ins Wasser, kaum ein paar Handbreit über der Oberfläche, die Augen unerbittlich auf seine Beute fixiert. Es ist eine Welt, die von Millisekunden und messerscharfen Reflexen beherrscht wird. Doch diese uralte Evolution hat ihn nicht auf das vorbereitet, was nun seinen Lebensraum durchschneidet.
Eine vom Menschen geschaffene Schneise aus Asphalt.
Wenn der Eisvogel die Straße überquert, folgt er seinem natürlichen Instinkt und dicht am Boden. Doch diese vermeintlich ruhige Uferstraße ist zu einer tödlichen Arena geworden. Große, schwere Metallkolosse – moderne SUVs, kleine Trucks, Transporter – rasen mit unnatürlicher Geschwindigkeit durch dieses sensible Revier.
Für den Bruchteil einer Sekunde kreuzen sich zwei Welten. Ein Blechbatzen schießt herbei, und er schiebt eine unsichtbare, aber fatale Wand aus komprimierter Luft vor sich her. Die steile Front des Fahrzeugs erzeugt eine brutale Druckwelle. Der winzige Jäger, kaum schwerer als ein paar Federn, hat keine Chance.
Noch bevor das Metall seinen zierlichen Körper berühren kann, reißt ihn die schiere Wucht der Luftmassen aus seiner Bahn. Er wird in die turbulenten, saugenden Wirbel unter das Fahrzeug gezogen und bricht auf dem harten Asphalt.
Was bleibt, ist die absolute Stille nach dem Lärm … und ein funkelndes Juwel, das im Staub der Straße verblasst. Es ist ein trauriges Mahnmal dafür, wie die unbarmherzige Eile unserer modernen Welt die filigransten Wunder der Natur in einem einzigen, unachtsamen Augenblick auslöschen kann.
Ich habe ihn an einem Busch am Ufer begraben.

Leichen pflastern meinen Weg. Auch ihn habe ich an einem Busch begraben.

Die Corten-Linie in Heilbronn: Sicherheit oder Schildbürgerstreich?
Undurchdringbar. Die Corten-Linie in Heilbronn am Neckar steht fest und stählern. Schwer, unbeirrbar und unausweichlich. Wie eine stille Mahnung, die sich in die Uferpromenade gequetscht hat. Bald sogar in schickem Rostbraun.
Und einer dieser verdammten E-Scooter steht natürlich auch schon wieder blöd im Weg herum. Wobei … Moment. Vielleicht tut er das ja gar nicht „blöd“. Vielleicht ist er die heimliche Vollendung des Konzepts. Denn dort, wo zwischen zwei der 3,3-Tonnen-Kolosse gerade noch so eine winzige Lücke für Fußgänger, Radfahrer, Kinderwagen, Rollatoren und all die anderen harmlosen Alltagswesen klaffte, schließt der herrenlose Scooter nun pflichtbewusst die letzte Schwachstelle.
Ein freiwilliger Mitstreiter im Kampf gegen anbrausende Terroristen, oder gegen den Durchgangsverkehr der Zivilbevölkerung. Je nach Blickwinkel.
Jedenfalls verdichtet dieser kleine türkisfarbene Held die Reihe noch ein bisschen mehr. Macht sie noch undurchdringlicher. Noch sicherer. Noch perfekter. Hach!
Man muss sich einmal die Gesamtsituation vor die Augen holen: Hier kreuzen sich Fußgänger vom Zebrastreifen, Radfahrer vom Neckarradweg, Spaziergänger aus der Innenstadt, Autos von der Allerheiligen-, Götzenturm- oder Rollwagstraße kommend, Touristen auf dem Weg zum Götzenturm, und alle wollen letztlich nur vorwärtskommen.
Auch über die Götzenturmbrücke. Eigentlich alle aus allen und in alle anderen Richtungen. In Massen. Ein reger, gewachsener Verkehrsknoten, an dem sich seit Jahrzehnten Menschen, Räder und Roller friedlich und kriegerisch aneinander vorbeischlängeln.
Und nun hat sich die Corten-Linie heroisch zwischen sie und ihr Ziel geschoben. Hat sogar noch beiläufig die kostenlosen Sitzplätze an der Stelle platt gemacht: „Bitte setzen Sie sich eins weiter und zahlen Sie bei einem leckeren Essen und Getränk für Ihren Sitzplatz.“
Man könnte fast sagen: Endlich ist die Innenstadt vor ihren eigenen Bewohnern geschützt.
Diese Stahlbehälter gehören zu einem Sicherheitskonzept aus insgesamt 31 speziellen Pflanzkübeln aus Cortenstahl. Sie wurden installiert, um Amokfahrten in der Innenstadt zu verhindern – ein trauriger Anlass für solch ein Stück Stadtmöblierung. Dass sie nebenbei auch jeden Lieferanten, Rollstuhlfahrer und Eisessenden ausbremsen, ist sicher nur ein „charmanter“ Kollateralnutzen.
Standort(e): Die Kübel sind entlang der Neckarmeile verteilt, mit spezifischen Aufstellungsorten nahe dem Bollwerksturm (nördliche Innenstadt) und dem Götzenturm (südliche Innenstadt in der Oberen Neckarstraße).
Ausführung: Die rund 2,20 Meter breiten Behälter bestehen aus wetterfestem Cortenstahl, der sich im Laufe der Zeit von Grau zu Rostbraun verfärbt. Nach der Bepflanzung mit Stauden und Gehölzen wiegen die gefüllten Kübel ca. 3,3 Tonnen und dienen als fest installierte Hindernisse.
Kosten und Pflege: Die Anschaffung und Erstbepflanzung kostete 840.000 Euro, während jährliche Pflegekosten von 150.000 bis 200.000 Euro für den Stadtbegrünungsbetrieb anfallen. Pro Kübel macht das übrigens rund 27.000 Euro – ein stolzer Preis für einen Blumentopf, der hauptsächlich Omas mit Rollator den Weg versperrt.
Zeitpunkt: Die Installation erfolgte in der ersten Maihälfte 2026. Die Bepflanzung begann am 8. Juni, damit das Konzept beim Lichterfest, das vom 18. bis 20. Juni stattfand, einsatzbereit sein konnte. Zum Glück nicht zum eigentlich geplanten Zweck.

Sleep saftly, my bonnie Caroline.

Ein Vierteljahrhundert „Karfunkel“: Mein Roman ist fertig
Trotz zweier wirklich ermutigender Rückmeldungen habe ich wenig Hoffnung, dass mein Roman „Karfunkel – Das Gedächtnis der Erde“ jemals bei einem Verlag unterkommen wird. Seit ungefähr 2000 habe ich immer wieder daran geschrieben, mal mit Feuer, mal mit langen Pausen, und seit Anfang dieses Jahres habe ich ihn in geradezu manischer Tipparbeit endlich vollendet. Und doch ahne ich: All meine Kunst ist am Ende nur fürs verstaubte digitale Regal bestimmt.
Über die Jahrzehnte hatte ich unzählige Erzählstränge eingewoben, wieder verworfen, umgeschrieben – und doch geisterten viele dieser alten Fäden noch durch den Text und brachten die Chronologie gehörig durcheinander. Das lag daran, dass ich den Roman anfangs in einer Vielzahl einzelner Dateien aufgebaut hatte. Bei diesem Flickenteppich war es kaum möglich, den Überblick über das große Ganze zu behalten.
In den letzten vier Jahren kamen dann noch all die Notizen hinzu, die ich unermüdlich in Joplin gesammelt habe – neue Ideen, Einfälle, Dinge, die geändert oder ergänzt werden mussten. Joplin ist dafür ein wunderbares Werkzeug, weil es über die Synchronisation mit meiner Nextcloud nahtlos zwischen Mac, Linux und Android funktioniert. So konnte ich an den unmöglichsten Orten weiterspinnen: unterwegs auf dem Rad, bei Wanderungen, auf dem Klo, beim Spülen oder Staubsaugen. Inspiration kennt eben keinen Schreibtisch. Nur entstanden so natürlich auch immer mehr kleine Fetzen der Geschichte, die am Ende mit all dem anderen zusammengeführt werden mussten.
Für diese große Zusammenführung hatte ich es zunächst mit Quoll Writer versucht, bin dann aber zu Bibisco gewechselt, das zwar völlig überdimensioniert für mein Projekt war/ist, aber das schlicht besser mit der Ablage in der Nextcloud zurechtkam. Hinzu kamen erzählerische Doppelungen, ähnliche Szenen, die sich überlappten – von den unzähligen Grammatikfehlern ganz zu schweigen. Und Rechtschreibfehler? Natürlich auch, in rauen Mengen. Eine unschätzbare Hilfe war dabei NotebookLM, das ich mir kurzerhand als digitalen Lektor an die Seite geholt habe.
Die KI hat mir geduldig die Konsistenz und Chronologie geprüft, mich auf Stellen hingewiesen, an denen sich die verschiedenen Handlungsstränge unsauber vermischten oder später im Roman Fragmente fallen gelassener Handlungsstränge doch wieder in einem Satz auftauchten – und ganz nebenbei auch noch den strengen Grammatik- und Rechtschreiblehrer gegeben. Um diesen Wildwuchs in eine halbwegs sinnige Struktur zu bringen, habe ich wohl das ganze Frühjahr bis Anfang Juni gebraucht.
Nachdem der ganze Wildwuchs beseitigt war, habe ich kurzerhand alle alten Dateien und Joplin-Notizen gelöscht. Einfach, um keine Überbleibsel mehr herumliegen zu haben – und um der Versuchung zu widerstehen, später doch noch einmal in den verstaubten Fragmenten zu stöbern und irgendetwas „Rettenswertes“ hineinzuflicken. Schluss, aus, abgeschnittene Nabelschnur. Und ehrlich gesagt: Das fühlt sich gut an. Endlich abgeschlossen.
Ganz kurios ist auch, dass ich das Projekt all die Jahre nie auf CDs oder DVDs gesichert habe. Es wanderte stets nur von Rechner zu Rechner, ein digitaler Nomade, und landete lediglich ein einziges Mal auf einer externen Festplatte. Wenn ich heute darüber nachdenke, grenzt es fast an ein Wunder, dass „Karfunkel“ diese fünfundzwanzig Jahre überhaupt überlebt hat. Sonst bin ich mit meinen Kreationen eigentlich geradezu paranoid – jeder Zwischenschritt wird mehrfach digital archiviert. Nur „Karfunkel“ hat sich diesem Sicherheitswahn all die Jahre entzogen.
Und trotz aller Selbstzweifel, trotz des verstaubten digitalen Regals, das vielleicht sein Schicksal sein wird: Ich bin unglaublich stolz und froh, dass es dieses Projekt gibt. Immerhin sind daraus rund 400 DIN-A4-Seiten geworden – ein ganzes Vierteljahrhundert meines Lebens, eingefangen zwischen zwei Buchdeckeln, die es vielleicht nie geben wird. Aber er existiert. Und das allein ist schon ein kleines Wunder.
Zitate aus dem Roman:
„Die Prozedur des Kaffeekochens, das Warten, der Duft nach gerösteten Bohnen – das sind die eigentlichen Anker der Menschheit. Nicht die großen Ideen. Die großen Ideen machen meistens nur Ärger. Der Kaffee macht wach.“
„Geschichten sind wie Eicheln: Man wirft sie in die Köpfe der Menschen und hofft, dass sie dort Wurzeln schlagen.“
„Das Wort ‚wenn‘ ist das ehrlichste Wort der Sprache. Ehrlicher als ‚ja‘ und ehrlicher als ‚nein‘, weil ‚wenn‘ zugibt, was ‚ja‘ und ‚nein‘ verbergen: dass wir nicht wissen, was kommt.“
„Die Welt, so könnte man meinen, hat ein schlechtes Gedächtnis. Aber das stimmt nicht. Sie hat ein ausgezeichnetes Gedächtnis. Sie tut nur so, als hätte sie keins. Das ist bequemer.“



Mit dem Rad von Lauffen am Neckar nach Neuenstadt am Kocher, über die Felder zum Brambacher Hof, weiter nach Kochendorf und danach wieder nach Hause.

Es klappert die Stoßstang‘ im rauschenden Stau,
klipp-klapp!
Der Himmel wär‘ blau, doch der Morgen ist grau,
klipp-klapp!
Die Ferien sind um und die Straße ist voll,
was vorher noch ruhig war, brüllt jetzt wie toll.
Vervielfacht, gefühlt um das Zehnfache schwer,
klipp, klapp, klipp, klapp, klipp, klapp!
Da wälzt sich der mahlende Autoverkehr.
„Heutzutage ist alles elektrisch, sogar die Gitarren, elektrisch!“ – Onkel Paul
Das Prinzip Auto ist für’n Arsch. Egal mit welcher Energie nun die Blechkiste angetrieben wird. Überall stehen sie rum und verschandeln die Welt. Überall rasen sie durch beruhigte Zonen. Überall strömen sie über Ortsstraßen. Überall verklumpen sie zur reglosen Blechlawine und warten aufs Weiterkommen. Überall schleichen sie im Schritttempo dem Feierabend oder Arbeitsbeginn entgegen. Überall kosten sie Nerven und Geld.
Wir brauchen mehr Öffis!
Und noch so ein Gedanke zum E-Auto: Es bedeutet im Grunde nur, dass eine Abhängigkeit gegen eine andere getauscht wird – weg vom Erdöl-Monopol, hin zum Strom-Monopol. Das treibt uns nur tiefer in die Unselbstständigkeit und beschneidet unsere Unbeschwertheit, Lebensqualität und Selbstbestimmung.
Man wird gefühlt zum Spielball zwischen den Monopolen und regelrecht gedrängt – mit viel Psychologie.
Vom Thema Klimafreundlichkeit will ich gar nicht erst anfangen. Das Problem wird generell auf die Bürger abgewälzt, während die Industrie, die eine weitaus größere Verantwortung trägt, scheinbar fein raus ist. Dem Volk wird die Schuld zugeschoben – und es schluckt sie stillschweigend.
Wir brauchen mehr Öffis!
Und dann schaut euch mal diejenigen an, die sich so ein E-Auto leisten können. Da wird das Ganze plötzlich zum moralischen Egoismus hochstilisiert. Man kauft sich (meistens) ein schweres E-SUV, stellt es in die Einfahrt und tut so, als hätte man im Alleingang die Welt gerettet. Das ist der moderne Ablasshandel!
Dass für die Batterien dieser Kisten im globalen Süden die Umwelt zerstört und seltene Erden unter fragwürdigen Bedingungen geschürft werden, wird einfach ausgeblendet. Hauptsache, das eigene Gewissen ist rein. Geschichte wiederholt und wiederholt sich.
Es hat sich eine richtige Wohlstands-Blase gebildet, ein „Green Privilege“, aus dem heraus hochnäsig auf den Rest herabgeschaut wird. Nach dem Motto: „Ich fahre elektrisch, ich bin fein raus – jetzt seht ihr zu, wie ihr klarkommt.“ Anstatt echte, bezahlbare Lösungen für die Allgemeinheit zu erkämpfen, wird Umweltschutz zum Lifestyle-Produkt für Besserverdiener degradiert. Und der Normalbürger steht daneben und fragt sich, wie er die nächste Stromrechnung bezahlen soll. Gleichzeitig muss er zusehen, wie die Öffis immer mehr kaputtgespart werden. Mit Absicht?
Ich finde die Idee des E-Autos (die tatsächlich schon älter ist, als man denkt) im Ansatz klasse. Aber: Wir brauchen mehr Öffis!

Stau im Schozachtal: Wenn die Planung an vergangener Geschichte scheitert
Rechts kein Platz, links ging es gerade noch so: Auf meinem Weg von Beilstein nach Heilbronn stand ich kurz nach dem Schozacher Bahnhöfle (mittlerweile ein echt gemütlicher Biergarten) plötzlich vor einer Wand aus Blech. Zwei riesige Traktoren samt Hängern versperrten den gesamten Weg.
Das erste Gespann konnte ich noch umfahren, indem ich ein Stück zurückgeradelt bin, um dann den Weg über eine Wiese und durch ein Waldstück abzukürzen. Doch direkt dahinter stand prompt das gleiche Hindernis noch einmal. Diesmal in einer anderen Farbe und absolut unpassierbar. Links die Schozach und ein steiler Hang, rechts dichtes Gestrüpp.
Das Problem mit der Brücke
Die Kolosse waren bestellt worden, um Baumschnitt und Gestrüpp kleinzuhäckseln. Eigentlich eine gute Sache. Blöd nur, dass den Fahrern niemand gesagt hatte, dass auf dem Weg eine kleine Brücke liegt. Eine Brücke, die für diese tonnenschweren Riesenmaschinen absolut nicht ausgelegt war. Schon gar nicht die Breite.
Umdrehen? Auf dem Abschnitt der stillgelegten Bottwartalbahn völlig unmöglich. Der Radweg verläuft hier auf einem erhöhten Damm, flankiert von dichtem Unterholz. Wer schon mal versucht hat, mit einem riesigen Gespann auf wenigen Metern Breite zu wenden, weiß, dass das nicht funktioniert.
Mein Fazit vor Ort: Ich habe mich kurz mit den Fahrern unterhalten. Die Jungs waren super nett und konnten am wenigsten dafür. Ihnen hatte schlichtweg niemand gesagt, wie eng der Weg dort ist – und die Brücke hat erst recht keiner erwähnt.
Ende gut, fast alles gut
Die Truppe war (noch) tiefenentspannt. Sie sind mit dem vorderen Gespann ein Stück zurückgesetzt, sodass sich eine kleine Lücke auftat. Dadurch kam ich schließlich weiter Richtung Heilbronn und die entgegenkommenden Radler aus Talheim konnten ihren Weg nach Ilsfeld fortsetzen. Somit hatte die Geschichte ein gutes Ende.
Was bleibt als Erkenntnis? Kompetenz bei den Planern im Amt? Fehlanzeige! Wer Großgeräte auf einen ehemaligen Bahndamm schickt, ohne die Strecke vorher zu prüfen, sorgt eben für den perfekten Schozachtal-Stau. Und wie so oft bei solchen Fehlplanungen durften es am Ende die „Kleinen“ ausbaden: die Arbeiter, die mit ihren Riesenkarren im Gestrüpp festsaßen, und wir Radler, die sich irgendwie vorbeizwängen mussten.
Trotz meinem Gebruddele: Ein absoluter Traumweg
Lohnt sich die Strecke trotz solcher Hindernisse? Ein ganz klares Ja! Der Weg durch das Schozachtal – besonders das Teilstück von Ilsfeld nach Heilbronn – ist absolut traumhaft.
Wie gesagt: Der Rad- und Wanderweg verläuft auf der ehemaligen Bahntrasse der legendären Bottwartalbahn (Marbach–Heilbronn/Süd). Das Geniale daran ist, dass es wegen der alten Eisenbahnlinie kaum Steigungen gibt, was die Tour super flach, entspannt und familienfreundlich macht. Der Weg ist übrigens Teil des überregionalen Neckar-Alb-Radwegs und verbindet idyllische Orte wie Talheim, Ilsfeld und Schozach.
Mein Tour-Tipp für euch: Wer die Strecke selbst testen will, dem empfehle ich die entspannte 15 Kilometer lange Tour von Talheim nach Schozach oder gleich die große, 27 Kilometer lange Neckar-Schozach-Runde. Entlang der Route gibt es jede Menge tolle Rastmöglichkeiten und Grillplätze.
Und das absolute Highlight für eine Pause liegt genau zwischen Talheim und Ilsfeld: das Schozacher Bahnhöfle. Die ehemalige Station ist heute eine geniale Raststätte direkt am Radweg. Von April bis Oktober (wochentags ab 14 Uhr, sonn- und feiertags schon ab 11 Uhr) gibt es dort einen super familienfreundlichen Biergarten mit regionaler Küche, kühlen Getränken und Snacks. Besonders cool für uns Radler: Es gibt sogar eine eigene Rad-Service-Station für schnelle Reparaturen!
Aber Achtung! Bei Starkregen kann das Bahnhöfle mit Biergarten auch spontan geschlossen sein.
Zu empfehlen ist auch die Oettinger Mühle.
Ein kleiner Insider-Tipp noch zum Schluss: Packt euch bei feuchtem Wetter lieber ein Schutzblech ans Rad. Entgegen mancher Gerüchte sind nämlich eher weniger Teilstücke des asphaltiert. Wenn es vorher ordentlich geregnet hat, kann der Weg an einigen Stellen doch ziemlich matschig und schmuddelig werden und ihr seid samt Radl hinterher ordentlich paniert. Aber hey: Ein bisschen Natur gehört zu einer echten Schozachtal-Tour eben einfach dazu!

Die nun begrünte Corten-Linie in Heilbronn am Neckar
Inzwischen sind die Monster bepflanzt. Doch damit das Ganze am Ende nicht schnell „braun in braun“ wird, muss ab jetzt ordentlich gegossen, geschrubbt und gepflegt werden. Denn die Kübel haben magische Anziehungskraft: Der Müll, der unweigerlich drin landen wird, muss nun stetig aussortiert werden. Stetig und andauernd.
Ich sehe schon die Massen an Redbull-Dosen und die Massen an ausgerauchten Zigaretten vor mir, die hier ein neues Zuhause finden werden. Und die ersten ausgerissenen Büschel der neuen Begrünung müssen wahrscheinlich auch stetig aufs Neue umgesiedelt werden. Die Corten-Linie bleibt eben dynamisch – wenn auch anders, als die Planer dachten. In die Geschichte wird sie nochmal anders eingehen.
Wie sagt der Schotte nicht: Mark my words.




Ab Prevorst durch die Gegend. Eine wunderschöne Wanderung.

In theoretischer Physik war ich nie gut, die praktische Anwendung liegt mir mehr.
Die Aufgabenstellung: Bei welcher Winkelstellung schafft es ein Mini-Dorn, während der Fahrt, durch Mantel und Schlauch?
Antwort: Scho steil.


The Saint Paul live im Bahnhof Langendreer – es war ein tolles Konzert. Auch Rroyce, die danach spielten, waren super. Schönes, interessantes Gebäude, tolle Leute, tolle Musik. Es war so heiß, dass es auch ohne Tanzen zum Nass-T-Shirt-Wettbewerb wurde.
Ich habe von oben runtergeknipst – nur die ersten drei oder vier Lieder von The Saint Paul. Dabei kamen aber gefühlt 500 Bilder zusammen, von denen etwa 100 verwendbar waren. Mein Tamron-Objektiv scheint nicht mehr wirklich scharfstellen zu wollen. Na ja, meine Canon 7D und das gesamte Foto-Equipment sind bestimmt schon 10 Jahre alt. Wobei das 50er und das 70-200 von Canon noch richtig gut funktionieren.


Karen, Hendrik, James, Dink. Durchgemischt. Dazwischen Bochum und Langendreer untergemischt. Wir hatten unseren Spaß, und viele schöne Momente. Auch am Tag danach.

Radeln auf der Hitzewelle
Ich fuhr eine Tour von Lauffen am Neckar über Beilstein hoch nach Prevorst – von Gronau aus eine gefühlt nie enden wollende Steigung. Weiter ging es nach Löwenstein und anschließend runter ins Tal. Danach folgte ein erneutes Hoch und Runter nach Unterheinriet, weiter nach Heilbronn und schließlich zurück nach Hause. So grob zumindest. Ich war das Ganze besonders vorsichtig angegangen, mit vielen Pausen (9 Stopps etwa; dafür kann man eine halbe Stunde von der Gesamtzeit abziehen). Radeln kann bei so Temperaturen zu einer herausfordernden Geschichte werden.
Ich hatte 1,5 Liter Flüssigkeit an Bord. Bei Löwenstein auf der Platte machte ich den ersten längeren Halt und habe mir frisch gekühlte 1,5 Liter zusätzlich zugeführt – bestehend aus zwei Radlern und einer kleinen Apfelsaftschorle. Mit meinen anfänglichen Reserven kam ich dann auch bis Lauffen zurück.
Aber die Hitze war an diesem Tag der klare Sieger. Schon auf der Waldheide merkte ich, dass sie mich weichgekocht hatte. Eigentlich hatte ich vor dem Heimweg noch einen Schlenker nach Neipberg geplant, was noch mal einiges an Höhenmetern bedeutet hätte. Das habe ich dann aber lieber gelassen.
In Lauffen wollte ich mir eigentlich am Automaten in der Mühltorstraße noch etwas frisch Gekühltes holen, um es auf dem Kiesplatz zu genießen. Leider war der Automat – vielleicht wegen der Hitze – nicht bedienbar. Also stoppte ich die Aufnahme, kaufte mir im Lidl eine Dreiviertelliter-Saftflasche und leerte sie auf den restlichen Kilometern. Da ich anschließend noch einkaufen und bei der Apotheke war, sind insgesamt noch mal ca. 3 Kilometer dazugekommen. Rückblickend und so vom Gefühl her habe ich an dem Tag vielleicht etwas zu wenig getrunken.
Schließlich habe ich rein rechnerisch fast 4 Liter verdampft. Aber eine Regenwolke ist leider nicht entstanden.

Zwischen Unterheinriet und Obergruppenbach. Die Sonne knallte dort besonders ungefiltert runter. Schwindelerregende 34°C zeigte die App an.

37°C – oder fast 99°F
Hitze von oben, von der Seite und vom Asphalt von unten.
Wir brauchen echte, natürliche Klimaanlagen. Wir brauchen mehr Wald. Denn die Klimaanlagen, die wir uns in die Häuser bauen, sind ein Trugschluss: Sie kühlen zwar drinnen, heizen aber die Umgebung draußen nur noch stärker auf.
Die global steigenden Temperaturen und anhaltenden Dürren hängen direkt mit dem Rückgang mittelhoher Wolken (bis 5 km Höhe) zusammen. Genau diese werden von Wäldern erzeugt. Weniger Wald bedeutet weniger Wolken, und das bedeutet weniger Regen.
Zudem fehlt uns der Kühl-Effekt: Diese Wolken wirken wie ein Spiegel, der die Sonnenstrahlen direkt ins Weltall zurückwirft. Mein Fazit: Fokus weg von reiner CO₂-Debatte, hin zu echtem Naturschutz. Wir müssen Waldflächen vergrößern, statt sie zu vernichten.
Wir brauchen mehr Bäume! Mehr Wald. Ich möchte nicht, dass Wald Geschichte wird.
Schaut man genauer auf das Bild, sieht man zwischen den grünen Reben bereits die vertrockneten, braunen Brachflächen – stumme Zeugen eines Teufelskreises. Immer mehr Winzer müssen ihre Weinberge aus Kostendruck aufgeben. Warum diese Flächen nicht einfach aufforsten?
Für unser Mikroklima wäre das ein Segen, doch in der Praxis scheitert es oft an der Bürokratie: Eine sogenannte „Erstaufforstungsgenehmigung“ macht es nämlich extrem schwer, Agrarland in Wald umzuwandeln. Dabei bräuchten wir genau jetzt Flexibilität.
Eine riesige Chance dafür bieten moderne Agroforst-Systeme. Statt Flächen komplett stillzulegen, könnten gezielt trockenheitsresistente Baumreihen zwischen den Hängen gepflanzt werden. Sie spenden Schatten, kühlen durch Verdunstung und brechen die Hitze ab. Wir müssen diese ungenutzten Räume dringend aktivieren – für mehr Wald, ein besseres Mikroklima und als Rettungsanker gegen die Hitze direkt vor unserer Haustür.

Es hätte eine Dachboden-Party werden sollen. Aber da Hitze bekanntlich nach oben steigt, war es dort oben einfach unerträglich. Deswegen haben wir eine Etage tiefer gefeiert, und bei geschmeidigen 30°C zusammen geschwitzt und gelacht.

Am Montagmorgen gab es dann endlich etwas wohltuende Abkühlung, worauf später ein kleiner Aufguss bis zum Monatsende für Schwüle sorgte.




Nach der Arbeit: Von Beilstein über den Dietersberg, durchs Schozachtal nach Horkheim, und am Neckar entlang nach Lauffen. Und da war es auch schon kurz vor Juli…
Unterwegs erlebt und erfindet man die tollsten Geschichten

Juni: 1.105 km Weite, 9.846 m Höhe, 50 Stunden, 69 Touren.
Man merkt gleich, wenn man zwei Wochenenden mit anderen, schönen Dingen verbracht hat, die nichts mit dem Sammeln von Kilo- und Höhenmetern zu tun haben.
Dafür habe ich es Ende Juni endlich mal wieder unter 40 Minuten zur Arbeit geschafft: 37:17. Immer noch 30 Sekunden über meinem persönlichen Rekord. Aber das hat immerhin den gefühlten Stillstand auf der Strecke durchbrochen.
Wie Propaganda funktioniert: Nenn die Normalzeit Winterzeit, und keiner möchte sie. Beschuldige die Demographie an Rentenkürzungen und Anhebung des Renteneintrittsalters Schuld zu sein, und nenne es funktionierende Mathematik, und fast alle nicken im Gleichschritt. Dabei möchte der eine Kollege seinen anderen Kollegen nur Kundschaft vermitteln.