The Saint Paul im Grend in Essen

The Saint Paul im Grend in Essen – das zweite Mal in Folge

Wenn zwei eine Reise tun … oder: Und jährlich grüßt das Murmeltier … oder einfach: Traditionen pflegen.

Hendrik hatte mit seiner Band The Saint Paul erneut einen Auftritt im Grend in Essen. Fast zur gleichen Zeit wie 2025, nur um einen Tag verschoben: Diesmal war es der 23. Januar.

Ich hatte mich wieder als Roadie, Begleitperson, Fan der Band und Freund eingeklingt.

So ein Roadtrip macht ja trotz der langen Fahrzeit irgendwie Spaß! Man kann viel reden und sieht viel Interessantes und Schönes unterwegs. Wir sind gegen 9:30 Uhr in Lauffen am Neckar los und waren etwa um 14:30 Uhr in Essen. Inklusive Pinkelpause und einem längeren Stopp, um das E-Vehikel wieder aufzuladen, sind das ziemlich genau 5 Stunden Reisezeit.

Die Vorfreude war groß. Denn schließlich hatten sich auch Karen und James von Südengland aus auf den Weg zum Konzert gemacht. Genau wie letztes Jahr.

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Klosterruine Hirsau

Klosterruine Hirsau

Als wir die Klosterruine Hirsau im Nordschwarzwald besuchten, spürten wir sofort die besondere Atmosphäre dieses Ortes. Sie liegt wunderschön eingebettet im idyllischen Nagoldtal, umgeben von dicht bewaldeten Höhen, und zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Klosteranlagen Deutschlands.

Es war faszinierend zu erfahren, dass die Benediktinerabtei St. Peter und Paul im 11. und 12. Jahrhundert das führende Reformkloster nördlich der Alpen war und sogar die romanische Architektur mit der „Hirsauer Bauschule“ prägte.

Wir konnten die eindrucksvollen Überreste der beiden großen Anlagen, St. Aurelius sowie St. Peter und Paul, völlig frei erkunden – ein wirklich fesselnder Ort für jeden, der Geschichte und Natur liebt.

Vielleicht etwas musikalische Untermalung, während ihr die Bilder der Klosterruine Hirsau anschaut…?

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Wolfschlucht - eine spannende Wanderung im Schwarzwald

Durch die Wolfsschlucht

Die Wolfsschlucht im Schwarzwald ist ein beeindruckendes Naturdenkmal, das sich durch mehrere Regionen von Baden-Württemberg zieht. Die bekannteste und meistbesuchte Stelle liegt bei Calw, wo die Schlucht von Ottenbronn hinab nach Ernstmühl führt. Dieser Teil ist eine steile, wilde Fels- und Wasserfallschlucht mit mächtigen Felsbrocken, zahlreichen kleinen Kaskaden und moosbewachsenen Steinen.

Der Weg durch die Schlucht ist abenteuerlich und erfordert gute Schuhe und Trittsicherheit. Sogar Alpine Erfahrung. Ein schmaler Wanderpfad mit Steintreppchen führt hinunter ins Tal nach Ernstmühl. Als wir abstiegen, führte die Brombach kaum Wasser, aber der Boden war nass und daher sehr glitschig und super spannenden.

Aber ein Ausflug lohnt sich bestimmt zu jeder Jahreszeit.

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2025 – definitiv mitten im Kontinuum

2025 – definitiv mitten im Kontinuum

Räuspern, das Geräusch eines Stuhls, der zurechtgerückt wird. Einer Stimme, trocken wie alter Zwieback lauschen … oder doch gleich zu den Bildern, oder zur Statistik springen?

DINK (auf selbigem Stuhl sitzend): Nun gut. Blättern wir also ein bisschen im Zeitrahmen. Dem Zeitrahmen im Kontinuum, das sich 2025 nennt. Ein weiteres Kapitel im großen Buch der Vergänglichkeit, das wir kontinuierlichen Alltag nennen.

Es begann, wie es wohl beginnen musste: Im Schlamm. Im Januar krochen wir durch die Neckarschlinge, über Baumstämme, die uns der Forst – oder war es das Schicksal? – in den Weg gelegt hatte. Weil die Gegenwart im Winter meist eine Enttäuschung ist, flüchtete ich ins digitale Archivarium. Ich grub meine alten Stop-Motion-Filme aus. Kleine, ruckelnde Zeugen einer Zeit, in der wir noch dachten, Geduld würde sich auszahlen. So ungefähr 2006 riss sie ab.

Dann war ich mit Hendrik im Grend in Essen. Dort hatte er mit seiner Band The Saint Paul einen Auftritt. Es war herrlich. Das Konzert war klasse. Danach zogen wir los, um mit wunderbaren Menschen die Nacht unsicher zu machen.

Der Februar? Ein schlechter Scherz des Klimas. Immer noch und immer wieder kein Schnee in Lauffen, also mussten wir ihn in den Löwensteiner Bergen suchen, wie Touristen, die eine ausgestorbene Spezies besichtigen.

Und oft Musik im Ohr, um das Rauschen der Welt zu übertönen.

Dann kam der März, den ich Endwinter nannte, weil Frühling ein Versprechen gewesen wäre, das der Monat dann doch nicht einhielt. Und während draußen die Natur zögerte, führte ich drinnen meinen eigenen Krieg: Der Wechsel zur Deutschen GigaNetz. Ein Drama in mehreren Akten über das Schweigen der Leitungen. Meine Nerven rissen vor der Verbindung. Brecht hätte gesagt: „Der Mensch ist erst wirklich verloren, wenn das WLAN blinkt.“

Im April wurde ich philosophisch, oder vielleicht auch nur wütend. Ich schrieb ein Wörterbuch der Worthülsen, um den Nebelkerzenwerfern in Politik und Medien etwas entgegenzusetzen, und betrachtete das Geschäft mit der Angst. Es ist ja so: Wenn die Welt unsicher wird, verdienen die Scharlatane am besten. Vom Anbeginn der Zeit bis 2025 und darüber hinaus.

Aber es gab Lichtblicke, fast schon verdächtig hell und irgendwie untypisch für jemand, der Waldorf und Statler gleichzeitig sein könnte. Der Mai. „Was ’ne Wonne!“ habe ich geschrieben. Man höre und staune. Ich war bei Look Mum No Computer im Wizemann. Lärm, Kabel, Chaos – herrlich. Für einen Moment vergaß ich, dass wir am Abgrund tanzen. Auch der Walpurgismonat hatte seine Reize, bevor der Juni mich wieder auf den Boden der Tatsachen holte. Reinhard Meys Nein, meine Söhne geb ich nicht dröhnte durch meinen Kopf. Die Botschaft alt, die Kriege neu. Der Mensch lernt nichts, er rüstet nur um.

Der Sommer? Ein Euphemismus für Regenzeit. Im Juli und August führte ich einen amphibischen Kampf auf dem Arbeitsweg. Mein neues Rad, der Buntfant – ein Gravelbike, geboren aus der Not (Welch Glück!), weil der Markt versagte und der Blaue Elefant mich von Mitte 2023 bis 2025 immer wieder im Stich ließ – trug mich stoisch durch die Fluten.

Mitte August, als der Sommer 2025 doch noch seine heißeste Phase erreichte, radelten Hendrik und ich nach Coburg, um Gabriel zu besuchen.

Dann, im Herbst, die Flucht nach Süden. Südtirol. Der Neuhaushof. Wir aßen, wir tranken, hatten Spaß und trafen Freunde. Dort oben, zwischen Villanderer Alm und Eisacktal, da funktioniert die Welt wohl noch. War ja auch Urlaub.
Auf der Rückfahrt ignorierten wir – Strafe muss sein – die Warnungen des ADAC und suhlten uns prompt zehn Stunden in zähflüssigem Verkehr und Stau.

Wieder zuhause, kämpfte ich gegen die Obsoleszenz der Software. Mein altes Zeitraffer-Programm war tot, also ließ ich mir ein Skript schreiben. Time Slice 3. Der Mensch bezwingt die Maschine, nur um dann stundenlang Wolken beim Ziehen zuzusehen. Eine schöne aber genussvolle Sinnlosigkeit.

Und schließlich zum nahenden Ende von 2025 der Dunkelmonat November. Die Zeit, in der man die eigene Melancholie wie einen nassen Mantel trägt. Doch dann: Kruder & Dorfmeister in Stuttgart. Bässe, so tief, dass sie die Eingeweide massierten. Ein Abend, der bewies: Wenn alles andere versagt – die Technik, das Wetter, die Politik – dann bleibt uns immer noch die Musik. Und die könnte immer da sein.

Mitte Dezember tauchten plötzlich die Bilder vom Wochenend-Trip nach Bernkastel-Kues wieder auf. Ich habe sie endlich sortiert – eine wunderbare kleine Zeitreise. Und dann waren da noch die traditionellen Treffen mit Martin und Felix. Natürlich in Stuttgart.

Drei- oder viermal musste ich 2025 auf dem Weg zur Arbeit doch aufs Auto umsteigen. Eine Niederlage, ich gebe es zu. Aber Heldenpose im Regenmantel wärmt auch nicht ewig, und auf Eisschichten zu schlittern, kann das Leben g’schwind beenden. Dazu kamen Termine, die nach der Arbeit mit dem Rad schlichtweg nicht zu schaffen waren.

Das war 2025. Wir haben es überlebt. Mehr war nicht verlangt, und mehr wurde auch nicht geliefert.

„Ich hasse diese festgesetzten Fälligkeitstage, die das Leben in Jahre einteilen und uns einreden, dass an einem bestimmten Tag alles endet und neu beginnt. Das Leben ist eine kontinuierliche Entwicklung. Es gibt keine Pausen.“ – Antonio Gramsci

Und Antonio Gramsci weiter:

„Ich will, dass jeder Morgen für mich ein Neujahr ist. Jeden Tag will ich mit mir selbst abrechnen, und jeden Tag will ich mich erneuern.“

Hoch die Tassen! Es endet nicht, nein, es geht weiter.


Was war so los in 2025: Erinnerungen aus dem Stapel, Erinnerungen aus dem Blog.

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Dunkelmonat – das Titelbild zum November-Rückblick

Durch den Dunkelmonat

Der Dunkelmonat hat für mich etwas Verlässliches. Ich mag den November – seine Ruhe, seine klare Struktur, seine Farben, seine Gerüche. Nur das frühere Dunkelwerden macht die Radrunden bisweilen etwas zu spannend. Trotzdem ist es ein Monat, der mir Raum gibt, Dinge zu sortieren und meinen eigenen Takt zu finden.

In diesem Rückblick sammle ich Bilder, Gedanken und ein paar musikalische Skizzen, die zeigen, wie sich der November für mich angefühlt, angehört und ausgesehen hat.

Kruder & Dorfmeister spielen die K&D Sessions live im Beethovensaal der Liederhalle in Stuttgart
Die Karte zu Kruder & Dorfmeister play the K&D Sessions live im Beethovensaal der Liederhalle in Stuttgart
Kruder & Dorfmeister spielen die K&D Sessions live im Beethovensaal der Liederhalle in Stuttgart

Die K&D Sessions live im Beethovensaal der Liederhalle in Stuttgart.

An jenem Samstagabend (1, November 2025) wurde nicht einfach nur Nostalgie gepflegt, sondern ein Stück Trip-Hop-Geschichte in cineastischem Breitwandformat neu aufgezogen: Kruder & Dorfmeister spielten ihre K&D Sessions von 1998 – und ließen den bestuhlten Saal ab 20 Uhr unmerklich vom Kopfnicken ins Schweben kippen, bis dann gegen Schluss die Leute von ihnen aus der beengenden Bestuhlung getrieben wurden.

Peter Kruder und Richard Dorfmeister kuratierten vom DJ-Pult aus eine fein vernebelte Mischung aus Dub, Downbeat und Jazz-Notationen; warme Bässe, ziselierte Percussion und schimmernde Keys fügten sich mit live getriggerten Samples und ätherischem Gesang zu jener schwerelosen Eleganz, die ihr Vermächtnis so zeitlos macht.

Dass Richard zwischendurch zur Gitarre und Querflöte griff, verleihte dem Set zusätzliche organische Farbtupfer – eine analoge Umarmung für digitale Grooves.

Die Band machte die neue K&D Session an dem Abend absolut erinnerungswürdig:
Bass: Peter Schönbauer, Keyboards: Albin Janoska, Percussion: Max Kanzler, Drums und Musical Director: Andreas Lettner.

Chapeau! Ich war und bin tief begeistert.

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